Mein Leben im Dreiland
Da lobe ich mir die SBB

Sowohl die Deutsche Bahn als auch die SBB haben eine App und bieten Ermässigungen an. Doch manchmal zeigt sich: Die Grösse des Geschenks spricht nicht zwingend für Qualität.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Digitalmuffel gibt gleich zwei Apps eine Chance.

Digitalmuffel gibt gleich zwei Apps eine Chance.

Christian Beutler / KEYSTONE

Neulich bin ich mit dem Zug zu meiner Familie in Norddeutschland gefahren. Kurz vor Hamburg wurde ich von einem Kondukteur kontrolliert. Ich habe die Gelegenheit genutzt und ihn gefragt, ob ich bei meiner Rückfahrt nach Basel auch in Hamburg Harburg einsteigen kann, eine Stadt südlich der Elbe, in deren Nähe mein Bruder wohnt.

Das war tatsächlich möglich. Da mein Zug aber erst eine Woche später fuhr, riet mir der Kondukteur, mich kurz vor der Abfahrt zu erkundigen, ob der Halt wegen etwaiger Bauarbeiten tatsächlich aktuell wäre. Dafür könne ich mir die App der Deutschen Bahn (DB) namens DB Navigator herunterladen. Um seinem Werbespot Nachdruck zu verleihen, schenkte er mir zwei Gutscheine mit einem persönlichen Code für jeweils 15 Euro Rabatt für meine nächsten Reisen. Da habe ich mich gefreut, denn ich hatte einen Ausflug in meine Geburtsstadt, 100 Kilometer nördlich von Hamburg, geplant. So wäre ein Teil der Reise schon finanziert.

SBB-App hat ihre Vorzüge

Kurz vor meiner Reise nach Hamburg hatte ich mich endlich entschieden, die SBB Mobile App zu installieren, und war begeistert. Maximal sieben Minuten hat das gedauert, und dazu gehörte auch, die App mit Halbtax und Kreditkarte zu verbinden. Wenig später schickten mir die SBB einen Code für eine Ermässigung von fünf Franken. Dafür bekommt man immerhin einen Kaffee, und ich habe ihn ohne Probleme eingelöst.

Kleiner Wermutstropfen: SBB Mobile verkauft keine Billetts ins Ausland. Ich erfahre so zwar, wann der nächste Zug nach Strassburg oder Lörrach fährt, aber kaufen müsse ich sie auf sbb.ch, heisst es.

Ich bin zwar ein Digitalmuffel, aber wegen der positiven Erfahrungen mit den SBB habe ich der DB-App eine Chance gegeben. Das Ergebnis war ernüchternd: Das Installieren dauerte um die 80 Minuten, und ständig gab es Abstürze. Ich habe deshalb darauf verzichtet, die App zum Bezahlen mit meinem Konto bei der deutschen Sparkasse zu verbinden. Auch das grosszügige Geschenk erwies sich als Reinfall. Gemäss Kleingedrucktem gilt der Gutschein nur für ICE-/IC-/EC-Tickets zu einem Sparpreis ab einem Fahrpreis von 39.90 Euro. Da lobe ich mir die SBB mit dem im Vergleich zur DB bescheidenen Geschenk.