Mein Leben im Dreiland
Ein neuer Blick über den Rhein

Mit der deutschsprachigen Wochenzeitung namens «Rheinblick» haben zwei elsässischen Tageszeitungen eine Initiative für Deutsch in der Region lanciert.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Die Zweisprachigkeit ist im Elsass ein ewiges Thema. Zuletzt sorgte der französische Verfassungsrat für Aufruhr, der den Unterricht in Regionalsprachen wie Elsässisch untersagt hat. Sogenannten immersiven Unterricht, also auf Deutsch und im Dialekt, bietet im Elsass nur der private Verein ABCM Zweisprachigkeit für 351 Schülerinnen und Schüler an. Das vorerst auf fünf Jahre beschränkte Experiment soll auf jeden Fall noch bis 2022 weitergeführt werden.

Mit der Schaffung einer deutschsprachigen Wochenzeitung namens «Rheinblick» haben die beiden elsässischen Tageszeitungen «Dernières Nouvelles d’Alsace» und «L’Alsace» nun eine Initiative für Deutsch in der Region lanciert. Seit Januar 2021 erscheint das 20-seitige Magazin an jedem Dienstag. Es ersetzt die vorherige achtseitige, tägliche deutschsprachige Beilage «Bleue», die im März 2020 Corona bedingt eingestellt werden musste.

Regionales und touristische Themen

Laut Julien Steinhauser, einer von fünf Journalisten des Blattes, ist es der Versuch, der Logik, die zweisprachige Beilage werden mit ihren Leserinnen und Lesern aussterben, etwas Neues entgegenzusetzen. «Wir haben uns entschieden, das Magazin zu regionalisieren und über die Aktualität in Baden-Württemberg, in der Nordwestschweiz und teils auch in Rheinland-Pfalz zu berichten.»

Die ersten neun Seiten sind dem Regionalen gewidmet, es folgt eine Doppelseite, bei der es im Sommer vor allem um touristische Themen wie Freilichtmuseen oder Burgen geht. Auf den folgenden Seiten geht es um Freizeit, Spiele, Gärtnern, Rätsel und es gibt auch eine Kinderseite.

Positive Rückmeldungen

Zwischen 20 und 30 Prozent der Beiträge, die in französischsprachigen Lokalredaktionen erschienen sind, aber alle Leser des Magazins interessieren könnten, werden übersetzt. «Rheinblick» hat wie vorher «Bleue» eine Auflage von 8000 Exemplaren. «Interessiert sind vor allem Grenzgänger zwischen 40 und 50 Jahren. Die bisherigen Rückmeldungen sind positiv», berichtet Steinhauser.

In der Schweiz oder auch in Deutschland ist «Rheinblick» bisher noch nicht verfügbar. Voraussichtlich ab Herbst soll man sich auch hier auf das Wochenmagazin abonnieren können (via ALSSLecteur@lalsace.fr).

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