Er stand in den letzten Tagen im Schatten seiner Teamkollegen und deren Höhenflug: Alex Frei. Und doch ist der Baselbieter im letzten internationalen Spiel seiner Karriere beinahe zum Helden geworden. In der 110. Minute eingewechselt, scheiterte er zwei Mal nur ganz knapp an der Verteidigung von Tottenham. Viele im Stadion haben erwartet, dass Frei danach im Penaltyschiessen antritt. Er verzichtete freiwillig. «Ich habe in meiner Karriere nie Verantwortung gescheut», sagte er gestern, «doch erstens war ich nur neun Minuten im Spiel, zweitens wollte ich jenen, die den grössten Anteil am momentanen Höhenflug haben, nicht vor der Sonne stehen.»

Neue Aufgaben

Morgen gehört Alex Frei zum letzten Mal die Hauptrolle auf der grossen Bühne des Basler St. Jakob-Parks. Mit dem Spiel gegen den FC Zürich endet die grossartige Karriere des besten Schweizer Stürmers aller Zeiten, am Montag beginnt ein neuer Abschnitt. Frei steht vor der Mammutaufgabe, als Sportchef den FC Luzern aus der Krise zu führen.

«Dass ich mich seit längerer Zeit auf den Moment des Abschieds vorbereiten konnte, macht es einfacher», sagt er. Trotzdem werden die Tränen wohl durchdrücken. «Ich hatte eine unglaublich schöne Karriere, in der ich all meine Ziele erreicht habe. Die Emotionen werden ganz sicher hochkommen.

Unvergessliches Sturmduo

Frei verlässt den FC Basel nach knapp vier Saisons mit dem Stolz, «drei Mal Meister geworden zu sein, unglaublich tolle Europacup-Abende erlebt zu haben, bei der Entwicklung junger Talente zu gestandenen Spielern mitgeholfen und mit Marco Streller ein Sturmduo gebildet zu haben, das in die Klubgeschichte eingegangen ist». Und, das sei ihm am wichtigsten: «Ich habe vier Jahre richtig für diesen Klub spielen dürfen.» Nicht so wie von 1997 bis 1998, als er als Jungprofi beim FCB kaum zum Einsatz kam.

Im Derby gegen den FCZ abzutreten, sei besonders schön. «In erster Linie geht es um die drei Punkte für den FC Basel. Ob ich nochmals ein Tor schiesse, ist zweitrangig.» Die Chance darauf erhält er von Anfang an. «Alex wird als Captain ins Stadion einlaufen», sagte Trainer Murat Yakin, «ich hoffe für ihn, dass ihm zum Abschluss eine gute Leistung gelingt.» Ein letztes Mal, bevor aus dem Meisterstürmer Alex Frei der Sportchef-Lehrling Alex Frei wird.