Petition
Neuer Anlauf für Abfalltrennung in Basel – Stadtreinigung winkt ab

Eine frisch lancierte Petition fordert eine ökologisch nachhaltige Mülltrennung. Bereits vor vier Jahren versuchte sich die Basler Stadtreinigung daran - das Projekt scheiterte, weil die Bevölkerung nicht genug mitmachte.

Rahel Empl
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Sie sollen nicht mehr alles schlucken müssen - vor allem nicht Glas, PET oder Alu. Ein überfüllter Pressmistkübel am Rheinbord.

Sie sollen nicht mehr alles schlucken müssen - vor allem nicht Glas, PET oder Alu. Ein überfüllter Pressmistkübel am Rheinbord.

Nicole Nars-Zimmer

Basel will Europas Umwelthauptstadt werden. Wie vergangene Woche bekannt wurde, bewirbt sich die Stadt für den «European Green Capital Award». Grundsätzlich ein gutes Vorhaben, findet Timon Elmer von der IG Rhycycling. Jedoch hinke Basel in einer Sache hinterher: Im öffentlichen Raum – insbesondere am Rheinufer – gäbe es keine Trennsysteme, um PET, Alu und Glas zu entsorgen. Auch nachträglich werde der Müll nicht sortiert. Und das sei ökologisch gesehen nicht vertretbar, so Elmer.

Er hat deshalb unter openpetition.eu/ch eine Petition gestartet, «um politischen Druck auf Regierung und Stadtreinigung auszuüben». Sie fordert eine nachhaltige, ökologische Mülltrennung im öffentlichen Raum. Rund 90 Online-Unterstützer zählt das Anliegen bereits, fünf Wochen bleiben, um 500 zu erreichen.

Trennsysteme wurden im Jahr 2017 kaum genutzt

Bei der Stadtreinigung bewirkt die Forderung ein Déjà-vu. Leiter Dominik Egli verweist auf vergangene Pilotprojekte. Im Jahr 2017 wurden an acht Standorten im Kleinbasel solche Trennsysteme installiert, im Jahr darauf versuchte man sich an der nachträglichen Wertstofftrennung. Beides wurde wieder aufgegeben: In den Trennsystemen landete viel zu wenig Abfall – sie wurden kaum genutzt und sind teuer. Und die nachträgliche Trennung erwies sich auch als zu kostenintensiv, «sowie aus hygienischen Gründen als nicht zumutbar für unsere Mitarbeiter», so Egli.

Damit will sich Elmer nicht zufrieden geben: «Die Projekte sind versandet, ohne Alternativen zu prüfen.» Man habe es sich da zu einfach gemacht. «Grosse Teile» der Bevölkerung wären laut ihm bereit, ihren Abfall am Rheinufer zu trennen — das habe das Unterschriftensammeln gezeigt. Hier sind bis dato 120 Unterschriften zusammen gekommen.

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