Bereits zum siebten Mal lud die Basler Regierung heute Abend ins Volkshaus zum Neujahrsempfang. Sorgsam aufgereiht schüttelten die sieben Magistratinnen und Magistraten Hand um Hand. Bei rund 500 Gästen ein wahrer Marathon, der sich hoffentlich nicht in Sehnenscheiden-Reizungen oder dergleichen bemerkbar macht. Geduldig standen die Menschen an, und hätte Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann nicht pünktlich das Wort ergriffen, die Zeremonie hätte sich noch länger hingezogen.

«Basel geht es gut», sagte Ackermann an die Adresse all jener, die «leider weniger das Sich-Freuen» lieben, als das «Jammern und Nörgeln», also an die Schweizerinnen und Schweizer im Allgemeinen und die Baslerinnen und Basler im Besonderen. Der Kanton habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt. «Auf kleinem Raum verbinden wir grosse wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität.»

Dass sich die «vergangenen Jahre» auf die mittlerweile 13 Jahre alte rot-grüne Regierung beziehen, sagte Ackermann zwar nicht. Aber sie hob deren Verdienste hörbar hervor: «Verschiedene Programme zur nachhaltigen Entwicklung, beispielsweise in der Wohnraumpolitik, in der Mobilität oder hinsichtlich des ressourcenschonenden Umgangs mit Energie.» Fairerweise wies die Regierungspräsidentin auch auf die günstige Wirtschaftslage hin, welche diese Prosperität gefördert habe.

Basel bleibt ein «Gross-Städtchen»

Ackermann hält es für möglich, dass der Kanton dieses Jahr die Grenze von 200'000 Einwohnerinnen und Einwohnern wieder überschreitet. Doch auch dann bleibt Basel ein «Gross-Städtchen», wie die Wiener Zeitschrift «Falter» kürzlich treffend formuliert hat. «Nicht Grösse ist der Schlüssel für die Zukunft, sondern Entwicklung und Innovation», so Ackermann gemäss dem vorab verschickten Redetext. Das sei ihr letzten Frühling im Gespräch mit dem Bürgermeister von Schanghai bewusst geworden. «Es spielte für ihn keine Rolle, dass Basel hundertmal kleiner ist als seine Stadt, ihn interessierte die Innovationskraft.»

Wachsen soll Basel intelligent. Raumknappheit sei deshalb eine Chance. Die einzige Perspektive sei eine nachhaltige Verdichtung für Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Deshalb wünscht sich Ackermann fürs neue Jahr eine «konstruktive und aktive Zusammenarbeit mit allen, die an dieser Entwicklung arbeiten».