Swiss Indoors Basel
Niemand muss sich Sorgen machen: Brennwald blickt positiv in die Zukunft

Swiss Indoors Basel: Den grössten Sportanlass der Schweiz stellt Turnierbesitzer Roger Brennwald mit einem Budget von 18,7 Millionen Franken auf die Beine. Über 70000 Tennisfans füllen die St. Jakobshalle. Aber: Wie geht es mit dem Turnier weiter?

Michael Wehrle
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Roger Brennwald eröffnet die Swiss Indoors. EQ Images

Roger Brennwald eröffnet die Swiss Indoors. EQ Images

Melanie Duchene

Entspannt sitzt Roger Brennwald in seinem Sessel. Natürlich ist er während der Swiss Indoors ein viel gefragter Mann. Doch für ihn hält sich der Stress in Grenzen. Sein Handy brummt. Es geht um einen Tisch im VIP-Restaurant. Für Brennwald kein Problem, er hat eine Lösung.

Sein Turnier läuft, die Arbeit ist gemacht. Seine Topstars haben bis auf Stan Wawrinka die Erwartungen erfüllt. «Ich habe auch nicht gezittert, als Rafael Nadal schon am ersten Tag kurz vor dem Aus stand», sagt er. Ändern könne er das ja doch nicht. «Als er dann aber das Match drehte, bin ich doch etwas nervös geworden, ob er es tatsächlich schafft», gibt er zu. Verständlich, der Spanier ist ja doch ein Aushängeschild des Turniers.

Aber keinesfalls das einzige. Noch nie war die Dichte an Topspielern so gross. Das hängt auch damit zusammen, dass Basel dieses Jahr in dieser Woche das einzige Turnier der Kategorie ATP 500 ist. Wien übernahm die Lizenz von Valencia, der Kalender aber stand schon. So liefen die zwei Turniere in unterschiedlichen Wochen. «Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung von aussen», sagt Brennwald. «Der Event wurde hochstilisiert.»

Doch Basel wurde dem gerecht. «Wir sind besser aufgestellt denn je», nennt Brennwald den Grund. Er sei nur noch der Dirigent seines Teams mit zwölf Festangestellten und 25 Ressortleitern. «Auf die kann ich mich total verlassen», lobt er. Und betont: «Wir hatten noch nie ein so schönes Tennisdorf und einen so schönen Centre-Court.» Zu verbessern gebe es nur noch kleine Details. Brennwald ist allerdings ein Mann, der die Details pflegt.

Brennwald geniesst die Turnierwoche. Herwig Straka kommt zu Besuch, der Turnierdirektor von Wien. Im nächsten Jahr ist er der direkte Konkurrent. «Mir ist ein freundschaftliches Verhältnis zu den anderen wichtig», sagt Brennwald. Auch Tenniszampano Ion Tiriac, unter anderem Turnierbesitzer in Madrid und Genf, lässt sich in Basel blicken.

Mit dem Traumfinal zwischen Roger Federer und Nadal sowie der Übergabe des Siegerpokals endet heute Brennwalds Genusswoche. «Jetzt beginnt für uns die strengste Zeit, denn nach dem Turnier ist vor dem Turnier», erklärt er. Bis Weihnachten müsse das Spielergerüst für die Ausgabe 2016 stehen. «Zwei Topstars will ich unter Vertrag haben», sagt er und korrigiert sich direkt: «Nein, eigentlich drei.»

Denn die Verträge mit Federer und Wawrinka laufen noch ein Jahr. Dagegen muss er mit Nadel neu verhandeln, will er den Spanier wieder in Basel sehen. Brennwald lässt offen, ob er weiter auf Nadal setzt oder versucht, wieder einmal Novak Djokovic zu locken. Der Name Nick Kyrgios fällt. «Mal sehen, wie der sich entwickelt», sagt Brennwald. «Ein Farbtupfer ist er aber auf jeden Fall.» Dagegen werde er den jungen Österreicher Dominic Thiem mit Sicherheit an Wien verlieren.

Daneben ist Brennwald auch auf der Suche nach einem Hauptsponsor. «Aber wir stehen nicht unter Druck, wir sind breit abgestützt.» Eine Stärke des Turniers sei das Angebot für jedermann. «Um die Swiss Indoors muss man sich keine Sorgen machen», sagt Brennwald. 2018 soll die Renovation der Halle beendet sein. Er verspricht sich davon eine Entlastung des Budgets für den jeweiligen Umbau. Bis 2018 laufen noch die Verträge mit dem Fernsehen und der Spielerorganisation ATP. Doch Brennwald denkt schon weiter. 2020 werden die Swiss Indoors 50 Jahre alt, das Jubiläum will er gross feiern, mit einer Galerie der Champions und möglichst einer neuen Generation von Stars. 69 Jahre alt ist Brennwald. Aber keinesfalls müde. Solange er gesund sei, mache er weiter.

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