Wahlkampf

Null Spielraum

Patrick Marcolli
Archivbild des Basler Rathauses.

Archivbild des Basler Rathauses.

Der Wahlkampf im Kanton Basel-Stadt geht in die heisse Phase. Die politischen Akteure überbieten sich mit Kommentaren oder Versuchen, Taten und Worte des politischen Gegners anzuprangern. Oft werden dabei aus Mücken Elefanten gemacht. Oder man zimmert sich aus Gerüchten und Andeutungen eine Welt der Halbwahrheiten und fiktiven machtpolitischen Konstellationen und verkauft sie als Realität.

Für uns Journalisten heissen die entscheidenden Fragen: Was ist wahr? Und wie gehen die Mächtigen mit ihren Handlungsspielräumen um? Nehmen wir den Fall der an einer illegalen Demonstration beteiligten Magistraten-Töchter. Nein, es geht dabei weder um die Kinder noch um ihr Verhalten, wie Kritiker uns bewusst falsch interpretierend vorwerfen. Sondern darum, ob und wie die beiden Regierungsräte in die politische Aufarbeitung eingriffen. In dieser Konstellation haben sie aus der Perspektive der «good governance» nämlich null Handlungsspielraum.

Die Aufgabe, die wir als die unsere verstehen: Beobachten, was läuft. Abwägen, welches unter den Strohfeuern, die von allen Parteien entfacht werden, relevant ist. Es uns nie leicht machen. Kühl und analytisch berichten und beschreiben. Kommentieren, wenn angebracht. Letztlich das Urteil den Leserinnen und Lesern überlassen.

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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