Walli, Xenia, Jana, Zoey und das Omega: Indem die vier Hochdruckgebiete aus dem Süden während des ganzen Novembers über Mitteleuropa immer wieder eine stabile Front gegen die Tiefdruckgebiete aus Westen und Norden aufbauten (was auf der Wetterkarte dann aussieht wie der griechische Buchstabe Omega), sorgten sie in der Region Basel für den zweittrockensten November seit 1864, der zudem äusserst sonnig und warm war.

Typische Beharrlichkeit

Laut dem Klimatologen Stephan Bader von Meteo Schweiz sind solche Wetterlagen «ein Klassiker»: «Nur die Omega-Lage blockiert die Westwindströmung mit den Tiefdruckgebieten mit dieser Beharrlichkeit.» Dass sich diese trockenen Hochdruckphasen in diesem Jahr so häuften, ist laut Bader aber reiner Zufall und könne in einem einzelnen Jahr nicht ausschliesslich dem Klimawandel zugeschrieben werden.

Wetterdaten aus dem November 2011 im Baselbiet (vergl. mit dem Nov. 10, rechts

Wetterdaten aus dem November 2011 im Baselbiet (vergl. mit dem Nov. 10, rechts

Klimawandel oder nicht: Der November war dieses Jahr in der Region insgesamt 1,4 Grad zu warm, bezogen auf das Mittel seit 1984, wie Hobbymeteorologe Hansruedi Schweizer auf seiner Titterter Wetterstation errechnete. Auch auf 670 Höhenmeter betrug die durchschnittliche Temperatur noch 6,3 Grad; 2010 waren es nur 4,8 Grad. Am 2. November kletterte das Thermometer gar auf 16,6 Grad (wobei das Maximum 2010 sogar auf 18,1 Grad stieg). Allerdings gab es bereits wesentlich wärmere November, so 2006 mit 8,1 Grad und 2009 mit 8,2 Grad Durchschnittstemperatur.

Lange Sonnenstunden

Mit verantwortlich für die warmen Temperaturen war die extrem lange Sonnenscheindauer: Trotz 15 Nebeltagen (2010 waren es nur 12.) schien die Sonne diesen November 95 Stunden, was etwa das Anderthalbfache der durchschnittlichen Novembersonnenscheindauer ist. In Binningen mass die Meteo-Schweiz-Station sogar 98 Sonnenstunden.

Sonne und milde Temperaturen sind nicht das, was man allgemeinhin im Regenmonat November erwartet: noch weniger aber eine 42-tägige Trockenperiode, die seit dem 19. Oktober anhielt und erst Anfang Dezember gebrochen wurde. Die 2,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter während der Herbstmesse am 7. November waren dabei laut Schweizer nur der «Tropfen auf den heissen Stein». Bezogen auf den Mittelwert fielen im November damit 85,4 Liter Wasser zu wenig vom Himmel; entsprechend gab es vergangenen Monat auch keinen Schnee auf den Jurahöhen.

Der Herbst 2011 (September bis November) war in der Region insgesamt 1,2 Grad zu warm, was laut Schweizer vor allem der Sonnenphase Anfang Oktober zu verdanken ist. Auch regnete oder schneite es insgesamt 28 Liter pro Quadratmeter zu wenig. Die Sonne schien 37 Stunden länger als normal.