Pädophilie
Verwahrung für einen Rückfälligen

Das Bundesgericht bestätigt die harte Strafe der Basler Justiz. Dabei wäre der Mann beinahe an der Verwahrung vorbeigekommen.

Christian Mensch
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Der Verurteilte hatte sich vor über zehn Jahren an Knaben vergangen - jetzt ist er rechtsgültig verwahrt.

Der Verurteilte hatte sich vor über zehn Jahren an Knaben vergangen - jetzt ist er rechtsgültig verwahrt.

Sandra Ardizzone / Archiv /Symbolbild

Ein 60-jähriger Mann wird verwahrt. In einem neuen Urteil bestätigt das Bundesgericht einen Entscheid das Basler Appellationsgerichts vom vergangenen November. Der Mann wurde wegen harter Pornografie verurteilt.

Dass die Freiheitsstrafe von 27 Monaten mit einer Verwahrung verbunden wurde, hat jedoch massgeblich mit seiner Vorgeschichte zu tun. Der Mann war bereits 2008 vom Berner Obergericht wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Knaben und weiterer Sexualdelikte verurteilt worden. Über elf Jahre dauerten die stationären therapeutischen Massnahmen, bis er 2017 mit Auflagen in Freiheit entlassen wurde. Kurz darauf wurde er in Basel wieder straffällig.

Hohes Risiko für einen weiteren Rückfall

Das Basler Strafgericht hatte den Mann zunächst zu 17 Monaten Freiheitsstrafe und zu weiteren Massnahmen verurteilt, nicht jedoch zu einer Verwahrung. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin bei der nächsten Instanz Beschwerde ein, die sowohl das Strafmass erhöhte als auch die Verwahrung anordnete. Ausschlaggebend sind gemäss Bundesgericht auch neue Gutachten, die dem Pädophilen schlechte Prognosen stellen und mittel- bis langfristig ein hohes Risiko für erneute einschlägige Delikte attestieren.

Beinahe wäre es jedoch bei der milderen Strafe geblieben. Die zuständige Staatsanwältin hatte kurzfristig die Berufung zurückgezogen aufgrund einer eigenen Erkrankung. Der erste Staatsanwalt machte den Rückzug daraufhin wieder rückgängig. Der Mann klagte, dies sei willkürlich. Doch damit fand er weder beim Appellationsgericht noch beim Bundesgericht Gehör.