Persönlich
Einmal rückwärts und wieder zurück

Anfang August erzählte ich an dieser Stelle von meinem mehr oder wenigen unnützen Talent: Jedes erdenkliche Wort kann ich innert Sekundenschnelle rückwärts lesen, ohne es zu sehen. Ich scheine nicht der einzige Mensch mit dieser Gabe zu sein.

Lea Meister
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Gedanklich befinde ich mich des Öfteren auf einem Kajak. Mein schwimmendes Palindrom, sozusagen.

Gedanklich befinde ich mich des Öfteren auf einem Kajak. Mein schwimmendes Palindrom, sozusagen.

zVg

Auf meinen Artikel von Anfang August folgte postwenden die Erkenntnis, damit nicht allein zu sein. Denn drei Gleichgesinnte haben sich bei mir gemeldet.

Man stelle sich vor, wir würden uns jetzt regelmässig treffen. Zum, Achtung, Ireiv’z. Oder zum Orépa. Vielleicht auch zur wöchentlichen Eppurgesel. Es wäre ein Spass. Aber ein unheimlich anstrengender. Es soll im Leben ja grundsätzlich vorwärts gehen, oder? Ausser manchmal beim Einparkieren. Oder bei Michael Jacksons Moonwalk.

Mein Kollege bleibt übrigens dabei: Ich soll mich und mein Talent vermarkten. An Hochzeiten auftreten wäre eine Idee. Er sieht mich in einer Manege vor vielen Popcorn essenden Zuschauern, die begeistert die Zeit stoppen, während ich meine Rückwärts-Salven abfeuere.

In der Zwischenzeit habe ich eine neue Vorliebe entdeckt, um mich von meinen jeweiligen Rückwärts-Trips runterzuholen: Palindrome. Nichts ist entspannender, als Worte, die in beide Richtungen exakt gleich aussehen. So esse ich manchmal in Gedanken mit meiner Freundin Anna und meinem Dad auf einem Kajak neben einem Rentner. Na, aufgefallen? Wenn alle Stricke reissen, ziehe ich mich halt zurück und baue meinen Legovogel zusammen.

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