Persönlich
Hirn, schalt mal ab

«Entspanne dich doch einfach mal!» – ein Satz, den ich immer wieder zu hören bekomme. Im Gegensatz zu anderen fällt es mir schwerer. Selbst in den Ferien mache ich mir über alles mögliche Gedanken. Oder helfen Sonne und Strand doch?

Aimee Baumgartner
Aimee Baumgartner
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Weg vom stressigen Alltag sollte das Entspannen eigentlich gut funktionieren - auch wenn es bei gewissen Leuten etwas länger dauert.

Weg vom stressigen Alltag sollte das Entspannen eigentlich gut funktionieren - auch wenn es bei gewissen Leuten etwas länger dauert.

Symbolbild: Gregor Waser

Eine Woche lang Strandferien. In der heutigen Zeit ist das ein Privileg, das ist mir durchaus bewusst. Da lag ich nun auf meiner Sonnenliege, im Hintergrund hörte ich das Rauschen der Wellen. Während sich mein Körper bei angenehmen 30 Grad entspannte, hatte mein Kopf andere Pläne. Auch an Tag drei der Ferien war dieser von morgens bis abends ununterbrochen mit Denken beschäftigt.

Welche Sprache sprechen die beiden Frauen wohl neben uns? Vom Klang her muss es eine Slawische sein, obschon ich kein Wort davon verstehe. Und was für Zeit ist unterdessen eigentlich? Vom Sonnenstand her müsste es gegen 11 Uhr sein. Was hatte ich gestern schon wieder zum Mittagessen? Sicher einen Salatteller mit einem Klecks Zaziki, aber da war doch noch mehr. Und das ist bestimmt schon das sechste Flugzeug, das heute über uns fliegt. Wie viele Touristen wohl täglich auf Kreta an- und abreisen?

Darüber muss ich ein Persönlich für die Zeitung schreiben – dachte ich mir in diesem Moment. Als ich schon die Notiz-App auf meinem Handy offen hatte, erinnerte ich mich daran, dass ich im Ferienmodus sein sollte. Die unzähligen Gedanken müssen also warten. Wieder im Büro in Basel angekommen, fielen mir aber nur noch wenige davon ein. Hat mein Hirn in den darauffolgenden Tagen doch noch Ferien gemacht? Tatsächlich. Nur mit dem Körper klappt es noch nicht ganz so gut. Ans frühe Aufstehen muss sich dieser erst wieder gewöhnen.

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