H2

Petition gegen den Verkehrslärm der H2 lanciert

H2 im Baselbiet. (Archivbild)

Petition gegen Lärm:

H2 im Baselbiet. (Archivbild)

Zwei Liestaler haben genug vom täglichen Verkehrslärm. Mit einer Petition fordern sie effizienteren Lärmschutz für die Anwohner der Schnellstrass H2.

Alt, rostig und schalldurchlässig sind die schon 40 Jahre alten Lärmschutzwände an der H2. Dass sie den Lärm nicht mehr abhalten, darüber hat sich auch schon Lausner Gemeindepräsident Ernst Dill beschwert.

Nun wehren sich auch zwei Liestaler gegen das Getöse des Verkehrs. Alt Landrat Dieter Schenk und Reinhard Eichrodt haben in kurzer Zeit eine Petition «für einen besseren Lärmschutz» ausgearbeitet.

Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass einige Anwohner Schlafstörungen haben oder die Fenster jahrein, jahraus geschlossen halten müssen. Schenk und Eichrodt sammelten in nur zwei Wochen 238 Unterschriften. Die Unterzeichnenden haben genug vom Strassenlärm und wehren sich. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn die H2 wird saniert.

Eichrodt wünscht sich, dass die Bauplaner die Anliegen, formuliert in der Petition, bei dem Strassenbau berücksichtigen. «Wir gehen auf Nummer sicher», erklärt Eichrodt. Er wolle verhindern, dass man bei der Sanierung vergesse, die alten Lärmschutzwände zu erneuern oder die Querfugen auszubessern. In der Planung müsse der Lärmschutz beim Ergolz-Viadukt und der Gasstrasse oberste Priorität haben.

Schlaflose Nächte
Es könne nicht sein, dass Bewohner schon ihre Fenster auf eigene Faust sanierten, weil sie den Lärm nicht mehr aushalten würden, erzählt Eichrodt. Andere Anwohner wissen gar nicht mehr, was Ruhe ist. Sie haben sich schon so sehr an den Strassenlärm gewöhnt. Sie bringen Schlafschwierigkeiten, Unruhe oder Stress gar nicht mehr in Verbindung mit lauten Umgebungsgeräuschen. «Man hätte die Strasse nie hier bauen dürfen», entrüstet sich Eichrodt.

Rund 20 000 Fahrzeuge verkehren täglich auf diesem Abschnitt der kantonalen Autobahn. Gerade schnell fahrende Autos und beladene Lastwagen verursachen viel Getöse. Eine Tempolimite von 60 würde den Lärm etwas verringern. Doch dadurch käme es häufiger zu Staus und dies will keiner. Der Bau einer Strasse und deren Unterhalt scheinen einfacher zu bewerkstelligen zu sein, als dem Lärm Herr zu werden.

Besserung in vier Jahren

So müssen sich die Anwohner in Geduld üben. Die Lärmschutzwände dürfen nämlich 30 bis 50 Jahre im Einsatz sein. Auch wenn sie wie jetzt nach 40 Jahren ihren Zweck nicht mehr erfüllen, müssen sie noch nicht ersetzt werden. Dies scheint paradox zu sein. «Die Wände sind verrostet und haben sonstige Schäden», erklärt Urs Roth, Geschäftsbereichsleiter Verkehr beim Kanton. Er weiss um die Probleme der Anwohner. «Man rennt mit der Petition hier offene Türen ein.»

Es sei klar, dass die Lärmschutzwände erneuert werden müssen. Schon 2009 habe der Landrat mit der Bewilligung des Projektierungskredits für diesen H2-Abschnitt die Notwendigkeit der Lärmsanierung hervorgehoben. Da man plane, drei bis vier Meter hohe Wände zu errichten, müsse die Stadt Liestal aus ästhetischen Gründen mitreden können, führt Roth aus.

Für die Lärmgeplagten spielt die Ästhetik wohl eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, dass der Verkehrslärm endlich abnimmt. Sie fordern beim Landrat und Regierungsrat ihr Recht auf Ruhe ein. Für die Strassensanierung und den Lärmschutz sind 100 Millionen Franken im Investitionsprogramm zurück gestellt worden. Man kann nur hoffen, dass damit effiziente und ästhetische Lärmschutzwände gekauft werden.

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