Huonder-Debatte

Pfarrer Sabo: Nur eine Frage der Zeit, bis Kirche Schwule akzeptiert

Pfarrer Franz Sabo diese Woche beim Gottesdienst in Röschenz.

Pfarrer Franz Sabo diese Woche beim Gottesdienst in Röschenz.

Pfarrer Franz Sabo glaubt, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Homosexuelle von der katholischen Kirche akzeptiert würden. Die Zeit von Bischof Huonder und der strikten Einhaltung des Katechismus neige sich dem Ende zu.

Franz Sabo, Pfarrer von Röschenz BL und neu von Kleinlützel SO, findet deutliche Worte, wenn es um die Homosexuellen-Schelte von Bischof Vitus Huonder geht: "Die Zeit von Bischof Huonder ist ohnehin bald abgelaufen." Er fühle sich von den Aussagen Huonders nicht provoziert – und Sabo glaubt, auch viele Katholiken nicht: "Die Zeit, in der Positionen, wie die des Herrn Huonder von Katholiken weitgehend geteilt wurden, ist vorbei", sagte er gegenüber der Basler Ausgabe der "Schweiz am Sonntag". 

Für Sabo ist es nur noch eine Frage der Zeit, "bis homosexuelle Menschen nicht nur Mitleid zugestanden wird". In Basel sei es zum Beispiel kaum mehr ein Problem, homosexuelle Paare zu segnen.  

Er kritisiert auch, dass die Haltung der Kirche gegenüber der Vielfältigkeit menschlicher Beziehungen veraltet sei. "So hat die Kirche die Ehe zu einer heiligen Kuh hochstilisiert und erklärt, die Ehe sei ein Abbild der ewigen Verbindung zwischen Mensch und Gott – unverbrüchlich, unauflöslich. Dabei kann genau das weder die Ehe noch irgendeine andere Beziehungsform sein, sondern nur die Liebe allein."

Sabo vermutet zudem, dass sich bis zu 40 Prozent der katholischen Priester zu Männern hingezogen fühlen. Die Frage nach der sexuellen Ausrichtung von Pfarrern sei aber eigentlich obsolet. Eine an ihn gerichtete Frage, ob er schwul sei, lässt er offen. Er sagt nur: "Die Sexualität eines Menschen ist nicht so einfach in ein Schwarz-weiss-Schema zu pressen."

Er fordert die Kirche ganz allgemein dazu auf, sich zu demokratisieren und dezentralisieren. "In das Prozedere, wie man Priester, Bischof, Kardinal und Papst wird, sollte das Volk mehr einbezogen werden." (fam)

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