Pilotprojekt
In Basel gibt's Drogenhanf bald in der Apotheke

Basel-Stadt startet ein Pilotprojekt zu einer schrittweisen Legalisierung von Cannabis. Die Gesetzesgrundlage besteht seit Mai.

bz
Drucken
Teilen
In der Schweiz hält sich die Zahl der Cannabis-Konsumenten seit Jahren konstant. In der jüngeren Vergangenheit machten allerdings Drogenfunde aufmerksam, in denen TBC-Gras künstlich gepimpt wurde.

In der Schweiz hält sich die Zahl der Cannabis-Konsumenten seit Jahren konstant. In der jüngeren Vergangenheit machten allerdings Drogenfunde aufmerksam, in denen TBC-Gras künstlich gepimpt wurde.

Ginnette Riquelme / AP

Die Bilder aus Kanada und einzelnen Staaten in den USA gingen noch um die Welt: Plötzlich war es ganz legal, zu kiffen. Das hatte man bislang höchstens vom liberalen Amsterdam gekannt. Die Entkriminalisierung von Drogen-Hanf schreitet in vielen westlichen Ländern voran.

Nun also auch in Basel, wie bereits seit Längerem spekuliert worden war: Wie die «Basler Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Freitag berichtet, könnte eine Pilotgruppe mit Personen aus Basel-Stadt bald Cannabis mit THC-Gehalt in ausgesuchten Apotheken beziehen. Hintergrund ist ein Kurswechsel des Bundes: Seit vergangenem Mai sind in der Schweiz Pilotversuche zugelassen, in denen THC-haltiges Hanf abgegeben wird. Bislang war dies Menschen vorbehalten, die gesundheitliche Gründe für den Cannabis-Konsum geltend machen konnten.


Basel-Stadt zementiert seinen Ruf

Basel-Stadt gehört zu den ersten Kantonen mit einem konkreten Projekt. Ziel sei es, im ersten Halbjahr 2022 mit dem Versuch zu starten, wie Regine Steinauer, Leiterin der kantonalen Abteilung Sucht, gegenüber der Zeitung bestätigt. Damit festigt der Kanton seinen Ruf als Vorreiter einer liberalen Drogenpolitik. Auch Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger hatte in der Vergangenheit mehrfach Offenheit gegenüber einem Schritt hin zur Cannabis-Legalisierung signalisiert.

Das Projekt sieht vor, dass einige hundert volljährige Probandinnen und Probanden Hanf in der Apotheke zum Marktpreis beziehen können. Das würde bedeuten, ein Gramm kostet zehn Franken. Die Teilnehmenden der Pilotstudie müssen mittels Urinprobe nachweisen, dass sie bereits regelmässig Cannabis konsumieren. In der Testphase werden sie begleitet von Fachpersonal der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) und der Universität Basel. Damit der Versuch starten kann, muss nun noch die Ethikkommission des Bundesamts für Gesundheit (BAG) grünes Licht geben.

Aktuelle Nachrichten