Muttenz

Podium zu Gemeinderatswahlen: Alle kommen, bis auf einen – der ist in den Ferien

Für die Doppeler-Ersatzwahl in den Muttenzer Gemeinderat stehen fünf Kandidaten zur Auswahl. Der SP-Politiker Yves Laukemann ist dann jedoch zwei Wochen in den Ferien. (Symbolbild)

Mitten im Wahlkampf fährt der Gemeinderatskandidat der Linken für zwei Wochen in die Ferien und verpasst deswegen ein Wahlpodium.

Fünf Kandidierende gibt es für die Doppel-Ersatzwahl in den Muttenzer Gemeinderat am 23. Juni. An der Podiumsdiskussion von KMU Muttenz und zweier Sportvereine am 5. Juni werden aber nur vier davon auf der Bühne sitzen. Yves Laukemann (SP) wird ferienhalber fehlen. «Leider wurde der Termin für diese interessante Runde nicht abgesprochen», schreibt SP-Präsidentin Susanne Holm.

Es gingen in dieser Sache einige E-Mails hin und her zwischen ihr und Daniel Schneider, dem FDP-Präsidenten, der im Auftrag der Organisatoren die Kandidaten eingeladen hat. Für Schneider steht fest, dass der Termin nicht verschiebbar ist. «Im Mai wäre das Podium zu kurzfristig gekommen, nach Pfingsten wäre es zu spät», sagt er. Und den 17. Juni abzuwarten, wenn Laukemann aus den Ferien zurück ist, kommt für ihn sowieso nicht infrage. «Einen Kompromiss sind wir schon mit dem frühen Beginn des Podiums um 19 Uhr eingegangen, wegen des Fussballspiels Portugal – Schweiz um 20.45 Uhr.»

Für Laukemann ist ebenso klar, dass er seine Ferien im Ausland nicht verschieben kann. «Es stand seit Monaten fest, dass ich im Juni wegfahren würde, lange bevor überhaupt klar war, dass in Muttenz Ersatzwahlen stattfinden», erklärt er. Dass er selber kandidieren würde, habe er nicht voraussehen können.

FDP-Chef hätte Ferien abgesagt

Als Vorgesetzter hat der Informatikverantwortliche des Claraspitals zehn Mitarbeiter unter sich und immer viele Projekte am Laufen. «Da muss man seine Abwesenheiten gut absprechen.» Auch seine Frau könne die gemeinsamen Ferien nicht verschieben. «Als Herr Schneider auf alle Kandidaten zuging, dachte ich zuerst, der Termin sei ein Vorschlag. Doch dann stellte sich heraus, dass das Datum bereits fest stand.» Schneider seinerseits hätte sich von Laukemann etwas mehr Flexibilität gewünscht. «Meine persönliche Meinung ist: Wenn man für ein so wichtiges Amt kandidiert, muss man schauen, dass man dann auch wirklich da ist.»

Und es sei voraussehbar gewesen, dass es für den Ersatz von Kathrin Schweizer eine Wahl geben würde und die SP versuchen würde, ihren Sitz zu verteidigen. Tatsächlich stand die jetzt abtretende Gemeinderätin Schweizer schon vor über einem Jahr als Regierungsratskandidatin zur Diskussion. «Entweder man nimmt die Sache ernst oder man lässt sie sein», lautet Schneiders Vorwurf an die SP. «Ich selber hätte jedenfalls meine Ferien abgesagt.» Aber natürlich finde er es schade, dass Laukemann nicht dabei sein wird.

Das bedauert auch der Betroffene selber – umso mehr, weil er im politischen Muttenz noch kaum bekannt ist, wie er selber einräumt. «Und es sind ja Persönlichkeitswahlen.» Seine Idee, sich per Skype live in das Podium einzuschalten, haben beide Seiten verworfen. Technisch umsetzbar wäre das schon, auch wenn die Aula Donnerbaum nicht dafür eingerichtet ist. «Aber es ist natürlich eine Frage des Geldes», sagt Schneider. Offen ist er dafür, dass am Podium Statements zu einigen Kernfragen vorgelesen werden, die Laukemann den Organisatoren im Voraus zukommen lassen könnte.

Alle anderen können

Der SP-Kandidat will die Angelegenheit nicht hochkochen. «Für mich ist die Sache erledigt.» Im Wahlkampf will er jetzt vermehrt auf Leserbriefe, Social Media und den direkten Kontakt zur Bevölkerung setzen. Am 5. Juni werden aber nur David Buess (SVP), Samuel Mathys (parteilos), Doris Rutishauser (FDP) und Thomas Schaub (CVP) in der Aula Donnerbaum debattieren. Sie haben alle ihre Teilnahme zugesagt. Schneider versichert: «Wir werden den Besuchern erklären, warum Herr Laukemann nicht dabei ist.»

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