Pratteln
Parkplatzproblem beim Z7 «akut»: Zukunft steht in den Sternen

Die Pratteler Konzerthalle setzt einen Notruf ab. Grund ist die Planungsunsicherheit wegen der Parkplatzsituation.

Stefan Strittmatter
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Metal Day Festival 2012 in Z7 in Pratteln.

Metal Day Festival 2012 in Z7 in Pratteln.

Juri Junkov

2725 Veranstaltungen mit ins­gesamt 1,4 Millionen Besuchern: Die Konzertfabrik Z7 in Pratteln schaut auf knapp drei erfolgreiche Jahrzehnte zurück. Für Rock-Fans im In- und Ausland ist die Halle im Industriegebiet eine wichtige Adresse. Doch damit könnte es bereits Ende 2022 vorbei sein, wie es in einer heute, Donnerstag verschickten Medienmitteilung mit dem Titel «Konzertfabrik Z7 kurz vor dem Aus» heisst.

Auf Anfrage nennt Melanie Mandel, Tochter des Z7-Gründers Norbert Mandel, die fortdauernde Planungsunsicherheit als Grund. Diese wiederum resultiere aus der ungelösten Parkplatzsituation: «Die Problematik begleitet uns seit über zehn Jahren. Wir haben viele Parkierungskonzepte durchlebt und dabei die Erfahrung gemacht, dass kein Konzept von sehr langer Dauer ist.»

Sanierungsarbeiten wegen unsicheren Ausgangslage aufgeschoben

Das Z7 habe mittlerweile doppelt so viele Besucher wie noch vor 20 Jahren – viele davon aus dem angrenzenden Ausland oder ländlichen Gebieten, die nach Konzertende nicht ausreichend mit dem ÖV erschlossen seien, wie Mandel ausführt. Die Situation sei «akut», weil die provisorische Nutzung von Parkierungsflächen bei der «Zentrale» nicht mehr lange gesichert sei und keine Alternative in Aussicht stehe.

Diese unsichere Ausgangslage habe erschwerend zur Folge, dass dringend anstehende Sanierungsarbeiten an Dach, Fassade, Heizung und sanitären Anlagen aufgeschoben werden müssen, bis der Fortbestand des Z7 am angestammten Ort sichergestellt sei. Mandel rechnet mit einer Umbauzeit von neun bis zwölf Monaten und Kosten von rund drei Millionen Franken. Einen Teil davon könne man über Erspartes finanzieren, für den Rest gelte:

«Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.»

Das Z7 habe bereits einen Finanzierungsplan, zu dem man sich aktuell aber nicht äussern wolle. Nach einem Plan B gefragt, antwortet Mandel trocken: «Ein anderer Standort, gegebenenfalls in einer anderen Gemeinde.»

Kein langfristiges Angebot und ein Lichtschimmer

Einen Wegzug würde Roger Schneider, Gemeinderat von Pratteln, sehr bedauern:

«Das Z7 hat allgemein einen guten Ruf, nicht nur in Pratteln. Es trägt den Namen unserer Gemeinde in die Welt hinaus»,

so Schneider auf Anfrage. Man stehe mit dem Haus im Austausch, könne dem Z7 jedoch kein langfristiges Angebot im gewünschten Umfang machen. Von der Pressemitteilung und dem angedrohten Wegzug des Z7 fühle er sich jedoch nicht erpresst, wie er sagt.

Einen kleinen Lichtschimmer am Horizont gibt es noch: Über das unmittelbar ans Z7 angrenzende und vom Baumarkt Obi reservierte Grundstück kündet Schneider für die nächsten Wochen und Monate Gespräche zwischen Gemeinde und Obi an. «Eventuell hat die Ablehnung der Tramverlängerung Einfluss auf die Dimension des Obi-Projektes», mutmasst Schneider. Und: «Obi hat signalisiert, dass sie mit dem Z7 kooperieren wollen.» Bis spätestens in einem Jahr solle Gewissheit bestehen, wie es auf der besagten Parzelle weitergehen soll, so Schneider. Für das Z7 dürfte bis dahin die Deadline jedoch abgelaufen sein.