Prozess
Wegen offenen Bussen: Vergewaltiger kommt noch nicht frei

Nach dem Urteil des Appellationsgerichts hätte der Vergewaltiger im Fall Elsässerstrasse eigentlich am Mittwoch aus der Haft entlassen werden sollen. Frei kommt er aber noch nicht. Und noch am Mittwoch soll über das Gesuch auf Sicherheitshaft entschieden werden, welches die Staatsanwaltschaft eingereicht hat.

Lea Meister
Drucken
Teilen
In der Elsässerstrasse kam es 2020 zur Vergewaltigung.

In der Elsässerstrasse kam es 2020 zur Vergewaltigung.

Nicole Nars-Zimmer

Im Februar 2020 vergewaltigten zwei Männer in den frühen Morgenstunden eine 33-jährige Frau vor ihrer Wohnung in der Elsässerstrasse. Die beiden hatten ihr späteres Opfer nach dem Ausgang begleitet. Als die Frau die Haustüre aufschloss, drängten die beiden Männer sie in den Windfang und vergingen sich an ihr.

Die Urteilsbegründung im Berufungsfall zur Vergewaltigung sorgte schweizweit für Aufruhr. Rund 500 Personen demonstrierten daraufhin am Sonntagnachmittag gegen das vom Appellationsgericht Basel-Stadt erlassene Urteil und die Urteilsbegründung.

Elf Minuten lang schwiegen die Demonstrierenden am vergangenen Sonntag.

Elf Minuten lang schwiegen die Demonstrierenden am vergangenen Sonntag.

Fabian Schwarzenbach

Die Entlassung verzögert sich

Nachdem das Basler Appellationsgericht das Strafmass vor etwa zwei Wochen von 51 auf 36 Monate – die Hälfte davon auf Bewährung –reduziert hatte, hätte der verurteilte Vergewaltiger am Mittwoch freikommen sollen. Die Entlassung verzögert sich allerdings, wie 20 Minuten berichtet. Dies habe nichts mit dem hängigen Haftverlängerungsgesuch der Staatsanwaltschaft zu tun, sondern mit noch offenen Bussen des Portugiesen. Diese werden in 16 Tage Freiheitsentzug umgewandelt.

Ob der Mann noch länger hinter Gittern bleiben muss, dürfte sich noch am Mittwoch entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hat beim Appellationsgericht Sicherheitshaft beantragt.

Aktuelle Nachrichten