Hörnli

Rehe auf dem Hörnli bekommen 60'000 Unterschriften – aus der Romandie

Ein Rekurs gegen die Abschussbewilligung verlängert die Schonfrist für die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli bis zum 19. Juli.

Ein Rekurs gegen die Abschussbewilligung verlängert die Schonfrist für die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli bis zum 19. Juli.

Die Rehe auf dem Friedhof Hörnli erfahren besondere Unterstützung aus der Westschweiz.

Die Empörung war gross, als bekannt wurde, dass die Stadtgärtnerei und die Gemeinde Riehen mit dem Gewehr gegen die wachsende Rehpopulation auf dem Friedhof Hörnli vorgehen wollen. Tierrechtsorganisationen liefen Sturm und auch viele Friedhofsbesucher nahmen die Tiere in Schutz.

Am Ende könnten es jedoch die Westschweizer sein, die den Rehen das Leben retten. Die Stiftung SOS Chats Noiraigue im Kanton Neuchatel hat innerhalb von einem Monat über 61'500 Unterschriften gegen den Abschuss der Tiere auf dem Friedhof gesammelt. Zum Vergleich: Der Tierschutzverein Hilfe für Tiere in Not, hinter dem der Bottminger Olivier Bieli steht, zählt bis anhin rund 17'500 Unterschriften.

Klafft also ein Röstigraben, wenn es um das Mitleid mit Rehen geht? «Unseren Mitgliedern liegen die Rehe besonders am Herzen», sagt die Gründerin von SOS Chats Noiraigue Tomi Tomek. Die Fondation wurde 1981 ursprünglich zum Schutz von verwilderten Katzen gegründet, Tomek selbst lebt im Stiftungshaus mit über 100 Katzen zusammen. Mittlerweile zählt die Stiftung 2000 Mitglieder und setzt sich international für den Schutz von Tieren ein, seien es Luchse in Frankreich, Hunde in der Ukraine oder eben Rehe in Riehen. Seit zwei Jahren bietet sie professionelle Rehkitzrettung per Drohne für Landwirte an. «Die Westschweizer reagieren sehr sensibel auf das Thema Jagd und es gibt eine breite Gegnerschaft», erklärt Tomek den hohen Zuspruch für das Thema.

Promis setzen sich für die Hörnli-Rehe ein

Im Kampf gegen die Pläne der Gemeinde Riehen hat die Westschweizer Stiftung auch Prominenz auf den Plan gerufen. So ist der Sänger und Comedian Michael von der Heide als Unterzeichner dabei, die Schauspielerin und ehemalige Miss Schweiz Lauriane Gilliérion oder Laura Chaplin, Künstlerin und Enkelin von Charlie Chaplin. Auch die ehemalige Schauspielerin und heutige Tierschützerin aus Frankreich, Brigitte Bardot hat sich eingeschaltet und mit einem persönlichen Brief an die Basler Grossratspräsidentin Salome Hofer gewandt. Darin bezeichnet sie die Rehe und ihre Jungen als «Schutzengel, die Leben an den Ort der ewigen Ruhe bringen» und fragt: «Rechtfertigen ein paar abgefressene Blumen wirklich das Todesurteil?»

Noch haben die grasenden Rehe auf dem Friedhof Hörnli ihren Frieden. Mit einem Rekurs hat die Naturschutzorganisation Fondation Franz Weber eine Gnadenfrist bis zum 19. Juli erwirkt. In dieser Zeit müssen die Polizei und das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement den Abschussentscheid nun rechtfertigen. Die Stiftung SOS Chat Noiraigue hat ihre Petition an den Grossen Rat von Basel-Stadt geschickt. «Wir hoffen nun, mit unseren Unterschriften den nötigen Druck zu erzeugen», sagt Tomi Tomek.

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