Reigoldswil
Einblicke in die Grossbaustelle: Baggerfahren war für die Kinder das Grösste

Auch den Erwachsenen boten sich interessante Einblicke beim Tag der Offenen Baustelle in Reigoldswil. Hier wird schliesslich noch bis Ende 2023 gebaut.

Boris Burkhardt
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Der kleine Elias darf auf dem Schoss seines Vaters den Bagger bedienen.

Der kleine Elias darf auf dem Schoss seines Vaters den Bagger bedienen.

Boris Burkhardt

Der neunjährige Elias und seine fünfjährige Schwester Alina dürfen einer nach der anderen auf Papas Schoss sitzen. Baggerführer Cani Rasiti führt mit Hygienehandschuhen die Hände der Kleinen an den Hebeln und Schaltern des Baggerführerhäuschens.

Beim Tag der Offenen Baustelle in Reigoldswil am vergangenen Samstag war es unter anderem möglich, einfache Arbeiten mit einem kleinen Bagger selbst durchzuführen: Sand mit der Schaufel aufnehmen und eine Viertelumdrehung später wieder auf einen Haufen zu kippen. Genau das war es, was Elias am besten gefiel, wie er nach anfänglicher Schüchternheit der bz mitteilte.

Da hatte er aber noch gar nicht gesehen, was es diesen Tag entlang der Kantonsstrasse in Reigoldswil zwischen Gemeindehaus und Seewenbrücke alles zu entdecken gab. Das Baggerfahren auf dem Bauparkplatz am Adlenbergweg war für Kinder gedacht – zumindest hätte sich kein Erwachsener getraut, den vielen Kindern, die bei Hochsommertemperaturen voll Vorfreude aber geduldig auf ihre Gelegenheit warteten, einen Platz wegzunehmen.

Arbeiten dauern noch bis Ende 2023

Hauptanliegen der Gemeinde Reigoldswil, die den Tag der Offenen Baustelle zusammen mit der Generalunternehmerin Rofra Bau AG aus Aesch organisiert hatte, war es jedoch, den Reigoldswilern einen Einblick in die Arbeiten zu geben, die sie seit Oktober 2020 und voraussichtlich bis Ende 2023 auf ihrer Hauptverkehrsachse erdulden.

Kanton und Gemeinde bündeln sämtliche Arbeiten an der Kantonsstrasse, die in Reigoldswil Unterbiel heisst: Strassenkoffer, Strassenbelag und sämtliche Leitungen werden erneuert; ausserdem bekommt die Hintere Frenke, die neben der Strasse verläuft, ein neues, breiteres Bett, was gleichzeitig der Renaturierung und dem Hochwasserschutz dient.

Die Frenke erhält in ihrem Verlauf entlang der Kantonsstrasse ein neues, breiteres Flussbett.

Die Frenke erhält in ihrem Verlauf entlang der Kantonsstrasse ein neues, breiteres Flussbett.

Boris Burkhardt

200 Jahre alte Brücke renoviert

An der Frenke gab es dann auch eher Interessantes für Erwachsene zu erfahren: Steinbildhauer Vincenzo Sammarruco und die Lehrlinge Thierry Burkardt und Marino Ueltschi demonstrierten den Besuchern an einem Model, wie die Schwerkraft den Bogen einer Steinbrücke ohne Mörtel zusammenhält.

Eine solche Steinbogenbrücke ist nämlich die 200 Jahre alte Seewenbrücke, deren Steinblöcke die Steinmetze in den vergangenen Wochen mit Ausnahme des Bogens herausgenommen, gereinigt, gemörtelt und wieder eingesetzt hatten. Die sanierte Brücke wurde zusätzlich mit einer Betonplatte belegt, die das Gewicht der Fahrzeuge von der eigentlichen Brücke nehmen soll. Sammarruco berichtet, dass die Vibrationen der Fahrzeuge bereits die Steine der Brücke nach aussen gedrückt hatten.

Gute Wünsche an den Fluss

Nur wenige Meter flussaufwärts boten Gesamtprojektleiter Jonas Woermann vom Tiefbauamt sowie Lukas Rolli und Urs Zeller vom Planungsbüro Gruner AG den Besuchern jeglichen Alters die Möglichkeit, sich im Fundament des neuen künstlichen Flussbettes zu verewigen: In einen Schlüsselanhänger konnten sie eine Nachricht einlegen; der Anhänger wurde dann am Eisengerüst des Fundaments befestigt, das später mit Beton aufgefüllt wird. Viele hätten nur ihren Namen geschrieben, erzählt Woermann, andere gute Wünsche an den Fluss.

Ein kleiner Gag der Baubauarbeiter: Bleiben wird aber der Unterstand, der die Forellen vor der prallen Sonne schützen soll.

Ein kleiner Gag der Baubauarbeiter: Bleiben wird aber der Unterstand, der die Forellen vor der prallen Sonne schützen soll.

Boris Burkhardt

Wenn das Fundament in vielleicht 100 Jahren erneut aufgegraben wird, könnten noch ein, zwei Schlüsselanhänger zum Vorschein kommen, meinte Woermann. Der Kanton habe sich diesmal im Hintergrund gehalten; er werde dafür ein grosses Eröffnungsfest ausrichten. Woermann freute sich über das rege Interesse der Reigoldswiler vor allem über Mittag; es habe eine «sehr positive Stimmung» geherrscht.

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