Royaler Besuch
Königin Letizia von Spanien in Basel: Stippvisite für den grossen Goya

Anlässlich der Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen liess es sich Letizia, die seit sieben Jahren auf dem Thron sitzt, nicht nehmen, selbst einen Blick auf teils selten zu sehende Gemälde zu werfen. Ihr wurde dabei regelrecht der Hof gemacht. Lange währte ihr Besuch indes nicht.

Rahel Empl
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Schau' mir in die Augen: Königin Letizia von Spanien (49) beehrte Basel gestern mit einer Stippvisite. Allerdings galt ihr Interesse nicht der Stadt, sondern der Goya-Ausstellung in der Fondation Riehen. Hier vor dem «Selbstbildnis».
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Um Punkt 12 Uhr kam Letizia bei der Fondation an - flankiert wurde sie von einem sichtlich stolzen Basler Regierungspräsidenten Beat Jans (SP) und von Museumsdirektor Sam Keller (rechts).
Von Kurator Martin Schwander (links) liess sich Ihre königliche Hoheit durch die bemerkenswerte Ausstellung führen - und war sichtlich fasziniert. Auch Spaniens Kulturminister Miquel Iceta schien hin und weg.
Königin trifft auf Herzogin: Die 49-jährige Ex-Journalistin betrachtet das Gemälde «Herzogin von Alba».

Schau' mir in die Augen: Königin Letizia von Spanien (49) beehrte Basel gestern mit einer Stippvisite. Allerdings galt ihr Interesse nicht der Stadt, sondern der Goya-Ausstellung in der Fondation Riehen. Hier vor dem «Selbstbildnis».

Patrick Straub/Keystone

Hätten Ihre Hoheit Königin Letizia von Spanien und Francisco de Goya zur selben Zeit gelebt, er dürfte sie wohl gemalt haben. Nicht weil er, sondern sie es unbedingt gewollt hätte. Zu seinen Lebzeiten stand der Adel beim spanischen Ausnahmemaler Schlange, um von ihm porträtiert zu werden. Aber Letizia hat Goya nun mal um 144 Jahre verpasst; er starb 1828, sie kam 1972 auf die Welt.

Pech gehabt, aber Respekt zollen konnte ihm die royale Beauty mit den neuerdings leicht ergrauten Haaren trotzdem – in Basel. Goyas wichtigste Malereien werden in der Fondation Beyeler in Riehen ausgestellt, und diese Ausstellung gilt als eine der bedeutendsten des letzten grossen Hofkünstlers. So reiste die 49-Jährige, die seit sieben Jahren mit König Felipe VI auf Spaniens Thron sitzt, am Freitag extra nach Basel zur Fondation, um die Ausstellung offiziell zu eröffnen. Das habe sie sich keinesfalls nehmen wollen, sagte ihr Pressesprecher Juan Carlos Zamora zur bz:

«Solche offiziellen kulturellen Besuche mag Letizia sehr, und ihr Interesse an der Malerei ist gross.»

Es hat aber sicher auch nicht geschadet, dass Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, Königin Letizia zu einem früheren Zeitpunkt im Rahmen eines Empfangs kennen gelernt und sie über die Absichten der Fondation, Goya eine Ausstellung zu widmen, unterrichtet hatte. «Das machte die Anfrage, als es konkret wurde, leichter», sagte Fondation-Sprecher Jan Sollberger kurz vor Ankunft Ihrer Majestät.

Königin Letizia kommt in der Fondation Beyeler an, flankiert vom Basler Regierungspräsidentin Beat Jans (SP) und Museumsdirektor Sam Keller.

Rahel Empl

Hypnotisiert vom «Selbstbildnis»

Flankiert von Keller und einem sichtlich stolzen Basler Regierungspräsidenten Beat Jans (SP) sowie mit dem spanischen Kulturminister Miquel Iceta im Schlepptau erschien Letizia am Freitag um Punkt 12 Uhr im Museum. Begleitet von einer Schar Fotografen und Kameraleuten besichtigte sie auf einem durchorchestrierten Rundgang die Ausstellung. Selbstredend stets mit gebührendem Abstand zur Presse – dafür sorgten eine Reihe von Bodyguards und Angestellten der Fondation – liess sich die zierliche Ex-Journalistin von Kurator Martin Schwander führen. Dabei kam es zu angeregten Gesprächen zwischen den beiden, Letizia schien viele Fragen zu stellen. Sie selbst wollte allerdings nicht befragt werden: Es galt ein striktes Interviewverbot.

Die spanische Königin legte eine sichtbare Faszination den Werken Goyas gegenüber an den Tag; so blieb sie etwa andächtig vor der ikonischen Darstellung der «Bekleideten Maja» stehen, fast schon hypnotisiert wirkte sie beim «Selbstbildnis». Sie passte dabei perfekt ins Setting: Ihr agavengrünes Outfit – der Rock war aus edelstem Brokat – harmonierte bestens mit der Wandfarbe im Museum (wohl kein Zufall), und sie bewegte sich in braunen, metallisch schimmernden Prada-Pumps zielsicher von Rundgangspunkt zu Rundgangspunkt. Überraschend ist dieser stilvolle Auftritt nicht, gilt Letizia doch als Trendsetterin.

Nach fünf Stationen war aber Schluss für die Presse, die royale Tour beendet. Nun wollte die 49-Jährige mit 300 geladenen Gästen zum Apéro zusammen kommen, etwa wichtigen Leihgebern und Unterstützern der Ausstellung. Laut Zamora reiste Letizia noch am Freitag zurück nach Madrid. Eine Stippvisite nur, aber immerhin: Royale Besuche in Basel sind sehr selten. Zuletzt durfte die Fondation Beyeler Königin Sonja von Norwegen anlässlich der Munch-Ausstellung empfangen. Dies liegt allerdings bereits 14 Jahre zurück.

Goya. Fondation Beyeler. So, 10. Oktober 2021 – So, 23. Januar 2022

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