Briefmarke

S’ «Basler Dybli» von 1845 wird mit einer Sondermarke gewürdigt

Die neue Briefmarke: Eine Hommage an s' «Basler Dybli» von 1845.

Die neue Briefmarke: Eine Hommage an s' «Basler Dybli» von 1845.

Zum 175-Jahre-Jubiläum der ersten Briefmarke hat die Schweizerische Post eine Sondermarke in Auftrag gegeben – in limitierter Auflage. Die neue Briefmarke soll eine Hommage sein.

Für Basler Philatelisten, wie Briefmarkensammler genannt werden, ist 2020 ein sehr spezielles Jahr. Nachdem vor einem Monat die Briefmarke zum Geburtstag der BVB vorgestellt wurde, folgt nun eine weitere Seltenheit. Zum 175-Jahr-Jubiläum des «Basler Dybli» wurde eine neue Briefmarke gestaltet, die diese würdigen soll. 175 Jahre ist es her, dass der Basler Architekt Melchior Berri die Briefmarke gestaltet hat. Damals war es die fünfte weltweit und sogar die erste mehrfarbige der Geschichte.

Anlass, den die Schweizer ische Post dafür nutzt, s’ «Dybli» zu feiern. Gestaltet hat die neue Briefmarke die Baslerin Susanne Krieg. Keine allzu leichte Aufgabe, findet die Gestalterin. «Zunächst bin ich mit sehr viel Ehrfurcht und Respekt an die Sache herangegangen. Doch das hat sich schnell gelegt, weil derart Gefühle einen blockieren», sagt Krieg vor einer grossen Gruppe Philatelisten, die für die Enthüllung der neuen Briefmarke ins Naturhistorische Museum in Basel gekommen sind.

Viele Vorgaben Seitens der Post habe es nicht gegeben, erklärt sie weiter. Lediglich die Nähe zur ursprünglichen Briefmarke soll gegeben sein. Eine sogenannte Hommage ans Original solle es werden. Die neue Briefmarke müsse aber trotzdem für sich alleine stehen. «Sie sollte modern sein, ohne das Traditionelle zu vergessen», pflichtet ihr Silvan Andres bei. Er ist Produktmanager Briefmarken & Philatelie bei der Post und hat monatelang sehr eng mit Krieg gearbeitet.

Teil des grössten Sonderblocks der Post

Im Naturhistorischen Museum in Basel warten die Philatelisten gespannt vor einem mit einem bunten Tuch bedeckten Plakat. Als die Briefmarke darunter zum Vorschein kommt, geht ein Raunen durch die Reihen. Darauf folgt Klatschen und vereinzelt wird «schön» gerufen.

Die Künstlerin Susanne Krieg und Jean-Paul Bach, Präsident des Schweizerischen Briefmarken-Händler-Verbands, präsentierten die Sondermarke.

Die Künstlerin Susanne Krieg und Jean-Paul Bach, Präsident des Schweizerischen Briefmarken-Händler-Verbands, präsentierten die Sondermarke.

Hellblauer Hintergrund, eine weisse Taube mit einem rotbraunen Brief im Schnabel. So sieht die neue Briefmarke aus. «Sie ist sehr besonders mit echtem Seltenheitswert», sagt Andres. Derart selten, dass die limitierten Briefmarken nur ein Jahr lang zum Verkauf stehen. Oder bis die vorhandenen Auflagen ausverkauft sind. Und das könne dieses Mal «wirklich der Fall sein», wie Andres bemerkt. Das, obwohl es aufgrund ihrer Bedeutung Teil des grössten Sonderblocks sei, den die Schweizerische Post je auf den Markt gebracht habe. Grund genug, den 50-Rappen-Zuschlag zu rechtfertigen, heisst es von Seiten der Post.

Zurück zu Krieg und dem Gestaltungsprozess: Zuerst habe sie die ursprüngliche Briefmarke «förmlich seziert», wie sie es nennt. Die Schrift, die Farben, die Verzierungen und die Proportionen der Elemente. «Ich wollte, dass die neue Taube mehr im Fokus steht und nicht zu distanziert ist», sagt die Gestalterin. Der Ausschnitt sei so gewählt, dass der Flügel gen Himmel gerichtet ist. Auch die Farben sollen eine Bedeutung haben: «Das Hellblau steht für die luftige Leichtigkeit, das Weiss für die Persönlichkeit des Jubiläums.»

«Die Farben stellen die Schweiz dar»

Auf die Motive der Briefmarke kommt auch eine Philatelistin aus dem Publikum zu
sprechen: «Sie haben wirklich alles reingebracht, was die Schweiz ausmacht», sagt sie an die Gestalterin gerichtet. Die Farbe des Briefumschlags stehe für die Schweizer Schoggi und das Weiss der Taube für die «hoffentlich noch lange mit Schnee bedeckten Berge», erklärt die Philatelistin. Nur die Zahl 175 fehle auf der Briefmarke. Das sei «sehr schade».

Eine Kritik, die auch bei Anders geäussert wurde. «Es gehörte nicht zu den Vorgaben», lautet die Erklärung. Für die Briefmarkensammlerin ist es dann nur halb so schlimm – ein von Krieg unterschriebenes Exemplar nimmt sie trotz fehlender 175 freudestrahlend entgegen.

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