Wetter
Schicken Sie uns Ihre schönsten Bilder vom schlechten Wetter

Statt der gewohnten Sonne und Wärme heisst es in Basel in den Frühlingsmonaten Kälte und Regen. Das trübe und nasse Wetter verdanken wir der kalten Polarluft, die ungestört vom Nordmeer ins Land strömt. Aussichten auf Besserung gibt es noch keine.

Boris Burkhardt
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Regenzeit in Basel: Das wird noch bis Sonntag so bleiben.

Regenzeit in Basel: Das wird noch bis Sonntag so bleiben.

Kenneth Nars

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Haben Sie die schönen Seiten des schlechten Wetters entdeckt? Oder sind Sie beim Fotografieren auf das perfekte Sujet zum miesen Frühling gestossen?

Schicken Sie uns Ihre fürchterlich-schönen Schlechtwetterbilder an verlosung@bzbasel.ch

Unter den besten Wetterbildern wird ein Regenschirm verlost.

Die aktuelle Schlechtwetterperiode, die noch bis in die nächste Woche anhalten soll, verdankt die Region dem anhaltenden Wind aus Nordwesten, der die kalte Polarluft vom Nordmeer direkt an die Alpen bringt. Weil die Luft durch die Meeresfeuchtigkeit instabil ist, erwartet Z’graggen bis zum nächsten Wochenende täglich zwischen zwei und drei Millimetern an Niederschlägen pro Quadratmeter, ab 700 Metern sogar Graupel und Schnee.

«Die Menschen sind das nicht mehr gewöhnt»

Von einem «Jahrhundertereignis» will Z’graggen dabei nicht sprechen; aber er gibt zu, dass es «relativ selten» passiert: «Eine solche polare Wetterlage kommt etwa alle 25 Jahre vor.» Der Minusrekord für den Mai liegt in Basel bei 1,3 Grad im Jahr 1961. Für das Wochenende sind – nicht viel wärmer – Temperaturen zwischen 3 und 13 Grad vorhergesagt.

Das sind die fünf besten Wetterlinks

Mit guten Wetterlinks wird zwar das Wetter nicht besser, aber immerhin die Wetterprognosen.

SRF Meteo
Bekannt aus Radio und Fernsehen: Die Wetterprognosen des Meteorologenteams von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Tipp: SRF bietet gute Lokalprognosen. Einfach ganz rechts auf der Homepage einen Ort oder einen Berg eingeben.

Meteo Schweiz
Die Prognosen des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie sind unaufgeregt, haben aber hohe Qualität. Tipp: Unter «Gesundheit» findet sich jeweils die aktuelle Pollenprognose für Allergiker.

Meteo Blue
Das Spinoff-Unternehmen der Universität Basel liefert rein rechnerbasierte Wettervorhersagen für jeden Punkt der Erde. Tipp: Zu jedem Ort liefert Meteoblue nicht nur Wettergrafiken und -vorhersagen, sondern auch Bilder passender Webcams.

Meteoradar
Kommt bald der nächste Regenguss? Ganz auf Radarbilder spezialisiert hat sich Meteoradar. Zu sehen ist nicht nur das aktuelle Radarbild, sondern auch eine Radarprognose.

BBC Weather Forecast
Wie wird das Wetter in den Ferien? Ein guter, weltweiter Wetterdienst bietet die britische BBC. Einfach den gewünschten Ort in die Eingabemaske eingeben. Englischkenntnisse braucht es dafür nicht, das Wetter wird in Symbolen erklärt.

Wolkendecken an Weihnachten, Schneefall an Fasnacht, Kälte an Ostern und Dauerregen an Pfingsten: Das gefühlt ununterbrochene Aufeinanderfolgen von Schlechtwetterperioden ist laut Z’graggen reiner Zufall. «Die Menschen sind das nicht mehr gewöhnt», sagt er. Die vergangenen Frühlinge, besonders der April 2011 mit Spitzentemperaturen von 31 Grad, seien überdurchschnittlich heiss gewesen. Allerdings habe es ein so sonnenarmes Winterhalbjahr seit 1979/80 nicht mehr gegeben.

Jetzige Sommerprognosen unseriös

Das bestätigt auch der Meteorologe Roland Vogt von der Uni Basel. Der März hatte demnach 70,9, statt der 117 durchschnittlichen Sonnenstunden. Auch Januar (41,4 statt 63 Stunden) und Februar (54,8 statt 83 Stunden) waren laut Vogt ausserordentlich trüb. «In der dunklen Jahreszeit fällt jede Stunde ohne Sonnenschein natürlich noch viel stärker ins Gewicht», sagt er. Die Niederschlagsmenge sei zwar noch «im normalen Rahmen»; das unbeständige Wetter sei jedoch «wirklich ungewöhnlich».

Ob auf den verregneten, kalten Frühling nun ein sonniger, warmer Sommer folgen wird, ist für Vogt völlig offen. Wettervorhersagen seien nur für eine Woche seriös, sagt er und erteilt damit allen Zwei-Wochen-Vorhersagen oder gar Jahresprognosen eine Absage: «Die Jahresvorhersage des Bööggs ist genauso zuverlässig.» Doch den Wettergeplagten Nordwestschweizern bringt sein Kollege Z’graggen mit seinem historischen Wissen wenigstens etwas Hoffnung: «April und Mai 1983 waren in Basel genauso verregnet und mies wie jetzt. Aber der Juli wurde mit 38,4 Grad der heisseste seit den Aufzeichnungen.»