Chemiekatastrophe

Schweizerhalle-Brandplatz wird nicht nochmal saniert

Grosseinsatz für die Rettungskräfte am 1. November 1986.

Chemiekatastrophe von Schweizerhalle:

Grosseinsatz für die Rettungskräfte am 1. November 1986.

25 Jahre nach der Chemiekatastrophe von Schweizerhalle ist der Brandort nach wie vor mit Schadstoffen belastet. Eine weitere Sanierung ist laut Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion nicht nötig. Der Areal soll jedoch weiterhin überwacht werden.

Laut der Mitteilung hat das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Baselland den Brandort nach geltendem Altlastenrecht neu beurteilt. Auf dem Areal des früheren Chemiekonzerns Sandoz war am 1. November 1986 eine Lagerhalle mit Pflanzenschutzmitteln ausgebrannt, wobei Rhein, Boden und Grundwasser kontaminiert wurden.

Das AUE stuft den Brandort nun als «belasteten Standort mit Überwachungsbedarf» ein. Weitere Sanierungsarbeiten seien somit nach Gesetz nicht mehr nötig. Den Chemiekonzern Clariant, heute Eigentümer des Areals, hat die Behörde aufgefordert, bis Ende Februar 2012 ein angepasstes Überwachungskonzept vorzulegen.

Nach drei Jahren will dann das AUE über eine Fortführung oder Einstellung der Überwachung entscheiden. Bei Vorliegen neuer Erkenntnisse sei zudem eine Neubeurteilung möglich. Die nach der Katastrophe angeordneten Sanierungsmassnahmen seien im übrigen umgesetzt und über viele Jahre überwacht worden.

Boden noch belastet

Seinen Befund begründet das Amt etwa damit, dass die nahegelegenen Trinkwasserfassungen von Muttenz BL und der Hardwasser AG, die unter anderem die Stadt Basel versorgt, nicht gefährdet seien. Im Grundwasser finde man zwar am Brandort das Pflanzenschutzmittel Oxadixyl, indes in Konzentrationen um den Faktor 500 unter dem Sanierungswert gemäss Altlastenverordnung.

Der Boden dagegen sei noch «mit wenigen hundert Kilogramm» Oxadixyl belastet, die erst in einigen Jahrzehnten ganz abgebaut sein würden. Eine Gefährdung bestehe aber nicht, da auf dem Areal auch künftig industriell gearbeitet werde.

Basler Chemie begrüsst Befund

Die Chemie- und Pharmakonzerne Clariant, Syngenta und Novartis begrüssten die Verfügung, die sich auf mehrere Gutachten von Experten stütze. Die zuständigen Unternehmen wollten zudem geeignete Massnahmen prüfen, welche «die nachfolgenden Generationen von der Verantwortung für den Unfallstandort befreien», hiess es in einer Mitteilung.

Umweltschützer hatten vor Monaten kritisiert, die Sanierungsziele am Schweizerhalle-Brandort seien nicht erreicht worden. In ihrer Antwort auf eine Interpellation eines Landrats der Grünen widersprach die Regierung indes im vergangenen Januar den Vorwürfen.

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