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Niemals nur Objektiv – das Porträt eines Basler Fotografen mit Weltformat

Roland Schmid ist ein kompromissloser Mensch. Das könnte dem bz-Fotografen internationale Ehre einbringen. Zeit, ihn vorzustellen.

Benjamin Rosch
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25. April 2020  «Schau, wir haben sogar die Grenze auf unserer Decke markiert», lacht Sabrina. Und tatsächlich: Direkt unter dem Absperrband trennt eine schwarze Linie die Decke in zwei Hälften. Auf der einen Seite liegt Sabrina aus Basel, auf der anderen Davor aus Wiesbaden (Deutschland). «Mach ruhig Fotos von uns», sagt Sabrina, «es ist gut, wenn das bekannt wird.» Für sie ist das eine unhaltbare Situation. Davor ist heute dreieinhalb Stunden gereist, um seine Freundin zu sehen. Am Abend wird er zurückfahren.

25. April 2020
«Schau, wir haben sogar die Grenze auf unserer Decke markiert», lacht Sabrina. Und tatsächlich: Direkt unter dem Absperrband trennt eine schwarze Linie die Decke in zwei Hälften. Auf der einen Seite liegt Sabrina aus Basel, auf der anderen Davor aus Wiesbaden (Deutschland). «Mach ruhig Fotos von uns», sagt Sabrina, «es ist gut, wenn das bekannt wird.» Für sie ist das eine unhaltbare Situation. Davor ist heute dreieinhalb Stunden gereist, um seine Freundin zu sehen. Am Abend wird er zurückfahren.

Roland Schmid

«Nimm Dir einfach einen Stuhl, ich muss noch kurz etwas fertigmachen.» Roland Schmid, 55, ein wuchtiger Mann mit buschigen Augenbrauen, schlenzt sich in seinen Bürostuhl vor dem Computer. Der Dachstock in diesem Hirzbrunner Einfamilienhaus ist, man kann es kaum anders beschreiben, ein heilloses Durcheinander. Auf den Tischen stapeln sich Fotos, Notizen und allerlei Gerätschaften. In der Ecke stehen zwei Kameras, wie man sie höchstens noch aus Historienfilmen kennt. «Camera obscura», sagt Schmid, als er kurz über den Rand seines Bildschirms blickt. Es ist, als türme sich hier die gesamte Karriere des Basler Fotografen bis unter die Decke. Schmid bearbeitet die letzten Fotos des Tages, Landratssitzung, er hat sie für die bz geschossen.