Soziale Medien
Autoposer sind unzufrieden: «Wir spüren eine zunehmende Hetzerei»

Die aktuelle Situation zwischen Autoliebhabern, Medien und Polizei sei nicht zufriedenstellend. Deshalb rufen führende Instagram-Profile der Szene dazu auf, sich bei Treffen anständig zu verhalten.

Elodie Kolb
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Autofans wünschen sich eine Verbesserung im Umgang mit Medien und Polizei.

Autofans wünschen sich eine Verbesserung im Umgang mit Medien und Polizei.

Roland Schmid

Sie stehen derzeit im Fokus der Polizei und treffen sich regelmässig in Kleinhüningen oder auch in Pratteln. Jetzt meldet sich die Autoszene geschlossen auf Instagram: Man sei unzufrieden «mit der momentanen Situation zwischen Tuner, Polizei und Medien». So schreiben es einige populäre Instagram-Seiten der Schweizer Autoszene am Dienstagabend auf der Plattform. Es müsse sich etwas ändern. Anfangen möchten sie bei sich selbst.

«Wir fordern alle auf, am gleichen Strang zu ziehen»,

schreiben sie. Und: «Wir suchen die Schuld nicht bei der Polizei, Bevölkerung oder den Medien.» Aber sie spüren eine zunehmende «Hetzerei» von Bevölkerung und Politik und glauben, dass dadurch «die Akzeptanz für die Szene verschwindet». Sie befürchten, dass deswegen bald neue Gesetze entstehen, «die unsere Liebe zu den Autos immer mehr einschränkt», so die Accounts.

Deshalb fordern die Autoliebhaber dazu auf, sich an drei essenzielle Regeln zu halten: «Fahrt anständig». Dazu zählen auch sogenannte «Burnouts», bei welchen das Auto zu rauchen beginnt, das Aufheulen von Motor und Hupkonzerte. «Hinterlasst kein Müll und haltet euch an die Corona-Massnahmen», schreiben sie. Die Auto-Seiten sollen als Vorbilder vorangehen und «halten sich ausnahmslos ebenfalls an die Regeln», so heisst es im Statement. «Und so erwarten wir es auch von jedem einzelnen von euch». Auch ein Basler Szene-Account repostet das Statement und erhält über 500 Likes. Zudem habe man einen Hashtag lanciert: #carloverstogether. Inwiefern dieser zu einem besseren Umgang zwischen Autoliebhaber, Polizei und Medien beitragen soll, bleibt unklar.

Diese Idee scheint auch bei der Kantonspolizei Basel-Stadt anzukommen: Sie teilt den Aufruf auch in der eigenen Instagram-Story mit einem Daumen hoch. Die Polizei war in den letzten Wochen zunehmend auf der Plattform unterwegs, erwähnte Szene-Profile auch explizit in den eigenen Postings und erntete mit humorvollen Aufrufen einige Lacher.

Die Kantonspolizei repostete das Statement in einer eigenen Instagram-Story

Die Kantonspolizei repostete das Statement in einer eigenen Instagram-Story

Instagram/Screenshot