Spielverschiebungen
Wieso die Verschiebung von YB-Basel absolut okay ist – und der FCB die Partie in Luzern nicht neu ansetzen durfte

Rund um das Conference-League-Spiel des FC Basel bei Omonia Nikosia wurde viel über Spielverschiebungen der Basler debattiert. Weil kurz davor YB-Basel verschoben wurde. Und weil der FCB seinerseits das Luzern-Spiel nicht neu ansetzen kann, obschon er dies beantragt hatte.

Céline Feller
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Beim FC Basel ist man – wie hier Arthur Cabral nicht gerade happy, dass man nach dem Almaty-Spiel an der chinesischen Grenze vier Tage später bereits in Luzern antreten muss.

Beim FC Basel ist man – wie hier Arthur Cabral nicht gerade happy, dass man nach dem Almaty-Spiel an der chinesischen Grenze vier Tage später bereits in Luzern antreten muss.

Sakis Savvides/Freshfocus / freshfocus

Wirklich glücklich ist Patrick Rahmen nach dem 1:1 gegen Omonia Nikosia nicht. Das sagt der Trainer des FC Basel ganz offen – und er könnte es auch nicht kaschieren.

Das liegt aber nicht nur daran, dass die Basler in Zypern nicht das Gewünschte auf den Rasen brachten. Mehrheitlich, aber es spielen noch andere Faktoren mit. Kurz vor dem Anpfiff in Nikosia wird bekannt, dass das Spitzenspiel YB-Basel vom 20. November verschoben werden muss. Der Grund: Eine Grossbaustelle beim Bahnhof Wankdorf. Neu angesetzt ist das Spiel noch nicht.

Während diese Partie also verschoben wird, wird es eine nicht, die der FC Basel seinerseits gerne an einem anderen Tag ausgetragen hätte: Das Gastspiel bei Luzern am 28. November. Der FCB hat die Verschiebung beantragt, weil er nur vier Tage zuvor in Almaty spielt.

An einem Ort, von dem die Basler erst am Freitag und nach sieben Stunden Flug zurück kehren werden – und mit vier Stunden Zeitverschiebung klar kommen müssen.

Patrick Rahmen präsentiere daher nach dem Omonia-Spiel eine Lösung mit einem speziellen Ansatz:

«Wieso werden diese beiden Spiele nicht einfach getauscht? Jetzt könnte die Liga mal zeigen, wie kreativ sie sein kann.»

Die Anfrage bei der Liga macht jedoch ganz schnell klar, dass das nicht passieren wird. Und dass alles seine Richtigkeit hat und nichts mit Bevorzugung zu tun hat – sowohl die Verschiebung des YB-Spiels als auch die Durchführung der Luzern-Partie. Wieso? Die Antworten gibt es hier.

Wieso ist es okay, dass YB-Basel verschoben wurde?

Die Partie zwischen YB und Basel wurde nicht von der Liga verschoben, wie fälschlicherweise vielerorts gemeldet und moniert wurde. Viel mehr hat die Stadt Bern dem BSC Young Boys die Bewilligung für die Durchführung der Partie entzogen. Dies, weil das Zuschaueraufkommen nicht bewältigt werden könnte, weil am Bahnhof Wankdorf gebaut wird. Diese Grossbaustelle ist nur am Wochenende in Betrieb. Das erklärt auch, wieso das wichtige Champions-League-Spiel YB gegen Atalanta vier Tage später nicht tangiert wird. Die Liga hat also YB keine Pause gönnen wollen, sie kann den Bewilligungs-Entzug schlicht nur zur Kenntnis nehmen.

Wieso wird das FCB-Spiel in Luzern nicht verschoben, obschon die Basler vier Tage zuvor in Kasachstan antreten müssen?

Will ein Team ein Spiel verschieben, muss der gegnerische Klub immer einverstanden sein. In diesem Fall ist das der FC Luzern. Die Innerschweizer beharren aber an der Durchführung, weil ein so attraktives Spiel wie jenes gegen den FCB nun einmal lieber an einem Sonntagnachmittag als an einem Dienstagabend (auf einen solchen wollte der FCB die Affiche verschieben) ausgetragen wird. Ob es für eine Dienstags-Partie von den Behörden überhaupt eine Bewilligung gegeben hätte, wäre die andere Frage. Eine, die aber nicht beantwortet werden muss. Denn Luzern gegen Basel wird definitiv am 28. November ausgetragen. Der Antrag der Basler wurde abgelehnt, wie die Liga bestätigt. Diese kann hier übrigens auch nichts machen, ausser dem gegnerischen Team gut zuzureden. Lenkt dieses nicht ein, muss der FCB diesen Entscheid einfach akzeptieren.

Und wieso werden die beiden Spiele nicht einfach getauscht? So, dass am 20./21. November Luzern-Basel stattfinden würde, am 28. November spielfrei wäre für den FCB und YB-Basel an einem anderen Tag durchgeführt würde?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Weil nicht nur Basel, YB und Luzern in der Super League spielen, sondern noch sieben weitere Teams. Diese wären logischerweise ebenfalls betroffen und es würde einen organisatorischen Rattenschwanz nach sich ziehen, der in keiner Relation stehen würde.

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