Der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber hat János Fábián auf den 1. Januar 2012 zum stellvertretenden Ersten Staatsanwalt des Landkantons ernannt. Der erfahrene Strafrechtler wird damit zum Stellvertreter der Ersten Staatsanwältin Angela Weirich. Seine Tätigkeit als Leitender Staatsanwalt der Hauptabteilung Organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität (OK/WK) wird er weiterführen.

Herr Fábián, herzliche Gratulation zur Ernennung zum stellvertretenden Ersten Staatsanwalt. Was erhoffen Sie sich vom neuen Amt, was wird sich in Ihrem Berufsleben ändern?

János Fábián: Im jetzigen Zeitpunkt beschränkt sich meine neue Funktion in erster Linie auf die Vertretung der Ersten Staatsanwältin im Falle ihrer Abwesenheit. Ob und gegebenenfalls welche weiteren Aufgaben ich übernehmen werde, steht im Moment noch nicht fest.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

János Fábián: Allfällige Schwerpunkte meiner Tätigkeit werden erst im Verlauf dieses Jahres definiert. Aufgrund der neuen Schweizerischen Strafprozessordnung und der neuen Organisation der Strafbehörden besteht in sehr vielen Punkten Handlungsbedarf. Wo welcher Handlungsbedarf besteht und wie diese Massnahmen zu priorisieren sind, wird in der Geschäftsleitung der Staatsanwaltschaft laufend festgelegt und überwacht.

Zu den Schwerpunkten: Infolge des Entlastungspaketes wird auf 2014 der Dienst «Organisierte Kriminalität» der Polizei aufgelöst. Wie stehen Sie zu diesem Entscheid?

János Fábián: Bei der Auflösung des Dienstes «Organisierte Kriminalität» der Baselbieter Polizei handelt es sich um einen Entscheid, der aufgrund der politischen Sparvorgaben getroffen wurde. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass man bei der Bekämpfung der so genannten Holkriminalität (Delikte, die erst aufgrund einer selbstständigen Ermittlungstätigkeit der Strafverfolgungsbehörden aufgedeckt werden können), am einfachsten Abstriche machen kann. Aus ökonomischer Sicht habe ich dafür zwar ein gewisses Verständnis, frage mich aber schon, ob diese Stossrichtung im Hinblick auf die Kriminalitätsbekämpfung langfristig sinnvoll ist. Zurzeit führt die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Baselbieter Polizei ein Projekt durch, das sich mit der Frage der zukünftigen Organisation der Strafverfolgung von Delikten im Bereich der Betäubungsmittel und der organisierten Kriminalität befasst. (smo)