Stadtgärtnerei
Ärger im kleinen Paradies: Pächterinnen und Pächter von Basler Freizeitgärten ärgern sich über ausgetauschte Schlösser

Grund für die Unzufriedenheit in den Basler Freizeitgärten ist ein Entscheid der Stadtgärtnerei: Die Schlösser sämtlicher Parzellen wurden ausgewechselt. Um die Abholung der neuen Schlüssel müssen sich die Pächterinnen und Pächter selbst kümmern.

Lea Meister 1 Kommentar
Drucken
Teilen
Sämtliche Familiengärten in Basel erhielten neue Schlösser. Nach 40 Jahren sei das nötig gewesen, sagt das Baudepartement.

Sämtliche Familiengärten in Basel erhielten neue Schlösser. Nach 40 Jahren sei das nötig gewesen, sagt das Baudepartement.

Kenneth Nars

Ende Juni 2021 flatterte ein Schreiben der Stadtgärtnerei Basel in die Briefkästen sämtlicher Freizeitgärtnerinnen und -gärtner der Stadt Basel. In manchen Haushalten rüttelte die Ankündigung, dass sämtliche Schlösser ausgetauscht werden würden, an der Idylle, die die kleinen Gartenparzellen doch mit sich bringen sollen.

Wie ein Pächter gegenüber dem Regionaljournal Basel und der bz berichtete, habe kein Anlass bestanden, die über 5'000 Schlösser auf 32 Freizeitgartenarealen auszuwechseln, schliesslich hätten sie noch funktioniert. Damit ist das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) nicht einverstanden. «Die Schliessanlage ist über 40 Jahre alt, in dieser Zeit haben sich die Schliesszylinder und Schlüssel abgenutzt», so Mediensprecherin Karin Kook auf Anfrage der bz. «Kurz gesagt: Es klemmte an allen Ecken und Enden und wir bekamen deshalb viele Reklamationen.»

Daten sollen überprüft werden

Grund für den Unmut einiger Pächterinnen und Pächter ist aber nicht in erster Linie der Austausch der Schlösser, sondern die Handhabung der Abgabe der neuen Schlüssel. Das BVD bestätigt, dass über 5'000 Personen ihren neuen Schlüssel persönlich vor Ort am Münsterplatz bei der Stadtgärtnerei Basel werden abholen müssen. «Wir nutzen die Chance, um zu überprüfen, ob Adressen und Telefonnummern noch aktuell sind und nehmen E-Mailadressen auf, um künftig einen Newsletter verschicken zu können», so Kook. Vor Ort könne man Fragen stellen und Informationsmaterial mitnehmen.

«Pro Garten erhielt man gegen Unterschrift zwei Schlüssel, das Depot bekam man ausserdem nicht zurück», beschwerte sich der Pächter in einem Schreiben an die Medien. Das BVD begründet dies damit, dass die Schlüssel bisher von den 32 Freizeitgartenvereinen verwaltet wurden, die diese Aufgabe unterschiedlich wahrgenommen hätten. Die Höhe der Depots habe variiert, weshalb die Rückzahlung der alten Depots über die Vereine abgewickelt werden müsse.

Ende Jahr wird über zusätzliche Schlüssel entschieden

Genau diese Abwicklung über die einzelnen Vereine hätten sich einige Pächterinnen und Pächter gewünscht. Dies wäre wesentlich einfacher und zumutbarer gewesen, heisst es im erwähnten Schreiben. Eine Nachfrage beim Präsidenten des Freizeitgartenvereins Sternwarte habe folgende Rückmeldung ergeben: «Es gibt an der Schlüsselgeschichte zumindest einen Sachverhalt, der klar ist: Die Vereine haben nichts mehr damit zu tun.»

Wer in den vergangenen Monaten noch nicht zum Münsterplatz gepilgert ist, um seinen neuen Schlüssel abzuholen, kann dies nach wie vor tun. Über die Vergabe zusätzlicher Arealschlüssel entscheidet die Stadtgärtnerei ausserdem Ende Jahr. Stand jetzt gibt es pro Garten zwei Schlüssel.

1 Kommentar

Aktuelle Nachrichten