Teilerfolg
Engagement aus dem Baselbiet hat sich gelohnt: Schweizweite Erdbebenversicherung nimmt nächste Hürde

Am Mittwoch debattierte der Ständerat über eine Standesinitiative aus dem Baselbiet. Diese plädiert für eine landesweit obligatorische Erdbebenversicherung. Ständerätin Maya Graf (Grüne) spricht von einem Teilerfolg.

Nora Bader
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Rund um Basel ist die Gefahr, dass die Erde bebt, deutlich grösser als in anderen Regionen der Schweiz.

Rund um Basel ist die Gefahr, dass die Erde bebt, deutlich grösser als in anderen Regionen der Schweiz.

Juri Junkov / bz

Wenn es um Erdbeben geht, ist die Region Basel schweizweit am zweitstärksten gefährdet – gleich hinter dem Wallis. Eine landesweit obligatorische Erdbebenversicherung einzuführen, ist deshalb eine Initiative, die seit rund zehn Jahren von der Region Basel ausgeht und in Bundesbern immer wieder abgeschmettert wurde.

Im Baselbiet spricht man auf politischer Ebene schon seit gut 20 Jahren darüber. Am Mittwoch debattierte nun der Ständerat über die vom Kanton Baselland am 6. Juni 2019 eingereichte Standesinitiative, welche die vorberatende Kommission zur Ablehnung empfahl. Die Baselbieter Ständerätin Maya Graf hat sich für die Kantonsinitiative starkgemacht. Gerade in der dicht bebauten Schweiz könne ein Erdbeben grossen, vor allem auch wirtschaftlichen Schaden anrichten, so Maya Graf. Trotzdem versichere heute nur zehn Prozent der Gebäudebesitzenden dieses Risiko. Graf sagt:

«Ein starkes Beben würde die nicht versicherten Eigentümerinnen und Eigentümer existenziell gefährden.»

Und weiter: «Die Kosten für Sofortmassnahmen, Notreparaturen, Wiederaufbau und Ersatzunterkünfte übersteigen die finanziellen Möglichkeiten komplett; und wer eine Hypothek hat, schuldet ja weiterhin Zinsen und Rückzahlungen, unabhängig davon, ob das Haus noch bewohnbar ist oder nicht», so Maya Graf.

Grosses Erdbeben würde über 50 Millionen Franken kosten

Man rechne mit weit über 50 Millionen Franken, die bei einem grossen Beben aufgebracht werden müssten. Und gerade von der aktuellen Pandemie müsse man lernen, im Voraus zu planen, um für Grossereignisse gewappnet zu sein, mit denen man nicht rechne.

Die entsprechende Standesinitiative war in Bundesbern zwar mit 25 zu 16 Stimmen abgelehnt worden. Dafür aber überwies der Ständerat am Mittwoch eine Kommissionsmotion mit alternativem Vorschlag. Diese beinhaltet eine sogenannte schweizweite Eventualverpflichtung für Hausbesitzer. Sie müssten nur bei einem schweren Erdbeben eine Prämie zahlen. Bleiben schwere Erdbeben aus, entstehen für die Hausbesitzer keine Kosten.

Die Initiative und die entsprechende Kommissionsmotion gehen nun an den Nationalrat und dann an den Bundesrat. Auch wenn der Baselbieter Standesinitiative nicht Folge gegeben worden sei, könne man von einem Teilerfolg reden, freut sich Maya Graf.