Öffentlicher Verkehr

Teures Upgrade: BLT und BVB rüsten ihre Billetautomaten auf 4G um

Viele Passagiere lösen ihr U-Abo gleich an einem Billettautomaten wie hier am Barfüsserplatz.  Archiv

Viele Passagiere lösen ihr U-Abo gleich an einem Billettautomaten wie hier am Barfüsserplatz. Archiv

Während die Autobus AG Liestal Billettautomaten abbaut, gibt die BVB Entwarnung: Die Automaten seien nach wie vor der wichtigste Vertriebskanal.

Die Autobus AG Liestal verkündete vor wenigen Tagen: Zwei Drittel der Billett-Automaten an den Busstationen in beiden Basel verschwinden (die bz berichtete).

Fahrgäste müssen ihre Tickets künftig bei den Fahrerinnen oder Fahrern kaufen – oder sich die App herunterladen. Eine ähnliche Meldung erreichte 2017 die Kundschaft der Basler Verkehrsbetriebe (BVB): Interne Unterlagen, die der bz vorlagen, besagten, dass ein Drittel der Automaten bis 2020 gestrichen würden.

Die BVB entwarnen nun aber auf Nachfrage dieser Zeitung: «Es werden keine Billett-Automaten abgebaut», schreibt Sprecherin Sonja Körkel. Ein Viertel der U-Abos würde zwar bereits über die dazugehörige App gekauft, dennoch seien die Automaten «nach wie vor der wichtigste Vertriebskanal für die BVB» beim Ticketverkauf.

Dasselbe gilt für den Partner aus dem Baselbiet: Die Baselland Transport AG (BLT) verfügt über 94 Billett-Automaten. Laut BLT-Direktor Andreas Büttiker wird der Bestand in Zukunft etwa gleich bleiben. «Obwohl sich die Ticketverkäufe über die digitalen Verkaufskanäle positiv entwickeln, finden immer noch 80 Prozent der Verkäufe über die Automaten statt», sagt Büttiker.

Umbau kostet pro Automat über 4000 Franken

Beide ÖV-Anbieter investierten erst kürzlich eine Menge Geld in die Billett-Automaten. Denn die Geräte kommunizierten bis anhin über das 2G-Mobilfunknetz. Da dieses noch 2020 abgeschaltet wird, drohten die Automaten nutzlos zu werden. Die BLT investierte darum über 400000 Franken in die Umrüstung der bestehenden Geräte: Dank des Einbaus eines neuen Rechners und einer neuen Kommunikationseinheit könnten die Automaten nun weitere acht bis zehn Jahre betrieben werden, teilt Büttiker mit. Pro Automat kostete der Umbau rund 4500 Franken.

Auch die BVB mussten für die Umrüstung tief in die Taschen greifen. Bei 449 Automaten auf dem gesamten ÖV-Netz belaufen sich die Kosten auf mehr als 1,9 Millionen Franken.  Die Geräte wurden damit auf das 4G-Netz umgerüstet. Dies ermöglicht laut Körkel eine weitere Nutzung bis 2027.

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