Tierschutz
Grünen-Landrat fordert Polizeifachstelle gegen Tierquälerei

Die Beispiele Aargau und Zürich zeigen für Grünen-Landrat Marco Agostini klar: Das Baselbieter Polizeikorps soll mit mehr Know-how gegen Tierquälerei vorgehen.

Tomasz Sikora Jetzt kommentieren
Drucken
Teilen
Grünen-Landrat Marco Agostini.

Grünen-Landrat Marco Agostini.

Kenneth Nars

Während in einigen Kanton wie zum Beispiel dem Aargau oder Zürich Fachstellen für Tierdelikte existieren, gibt es im Baselbiet kein Pendant im Polizeikorps. Dies will nun Grünen-Landrat Marco Agostini ändern: «Eine entsprechende Polizeifachstelle gibt’s schon in anderen Kantonen. Wieso also nicht auch bei uns?» In einer Motion mit dem Titel «Polizeifachstelle gegen Tierquälerei», den er an der Landratssitzung vom 21. Oktober einreicht, bittet Agostini die Regierung darum, Schritte zur Bildung einer Fachstelle für Tierdelikte einzuleiten.

Agostini war selber im Tierschutz tätig und kenne sich darum im Tierschutzbereich aus, wie er betont:

«Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie es ist, in solchen Situationen vor Tierhaltern zu stehen, die nicht kooperieren wollen.»

Das Problem sei, dass das Polizeikorps in dieser Thematik nicht speziell ausgebildet werde. «Eine Fachstelle gegen Tierquälerei könnte das Veterinäramt dabei unterstützen, Verdachtsmomenten nachzugehen», so Agostini.

Wo es Fachstellen gibt, werden mehr Fälle entdeckt

Besonderes Aufsehen erregte in jüngerer Vergangenheit der Fall des Thurgauer Pferdezüchters Ulrich K., der zahlreiche seiner Pferde verwahrlost auf seinem Hof in Hefenhofen hielt. Die breite Medienberichterstattung im Anschluss an das Publikwerden dieses besonders krassen Falles sorgte für Forderungen nach besserem Tierschutz bis in die höchsten Ebenen der eidgenössischen Politik.

Genau bei solchen Fällen solle eine Baselbieter Fachstelle aktiv werden. Dass sie Sinn machen würde, zeigen für Agostini die Beispiele der Kantone Aargau und Zürich: «Seit es dort solche Fachstellen gibt, hat sich die Anzahl Fälle massiv erhöht. Das zeigt, wie hoch die Dunkelziffer ist und die Notwendigkeit einer solchen Fachstelle.»

Agostini geht es aber nicht nur darum, konkret Übeltäter zu überführen und Tiere zu retten. Für ihn ist auch der symbolische Wert des Vorstosses von Bedeutung: «Die Schaffung einer solchen Fachstelle zeigt der Bevölkerung, dass sich die Polizei für die Tiere einsetzt.»

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten