Tinguely Ahoy
Logbuch-Eintrag 2: Angelangt in Antwerpen

Nach rund 500 Kilometern Wasserweg liegt das Ausstellungsschiff des Museums Tinguely jetzt in Belgien vor Anker.

Michael Gasser
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Die «Schwimmwasserplastik» ist im Bug verstaut, dafür grüsst ein Regenbogen

Die «Schwimmwasserplastik» ist im Bug verstaut, dafür grüsst ein Regenbogen

zvg / Matthias Willi

Ein gutes Bildmotiv bei perfektem Wetter braucht seine Zeit: Das Vorhaben von letzter Woche, die MS Evolutie gemeinsam mit dem Eiffelturm fotografisch in Szene zu setzen, hat das ehemalige Frachtschiff, das unter dem Titel «Museum Tinguely Ahoy!» unterwegs ist, einen Tag später von Paris aufbrechen lassen.

Von der Seine führte die rund 500 Kilo­meter lange Reise zunächst einmal auf die Oise, wofür die auf Deck montierte «Schwimmwasserplastik» von Jean Tinguely sicher im Schiffsbauch verstaut wurde. «Auf dem Fluss bekamen wir es mit starker Strömung, Treibholz und Baumstämmen zu tun, die es jeweils zu umschiffen galt», so Kapitän Steven Leisenberg.

Somit waren er und seine Partnerin Tamina Widmer nicht unfroh, die Oise alsbald wieder hinter sich zu lassen und in den Canal du Nord wechseln zu können. Dessen Wasserstand wird künstlich reguliert, was zu einer vergleichsweise ruhigen Fahrt führt.

Nicht immer war die Fahrt von Paris nach Antwerpen so ruhig wie hier.

Nicht immer war die Fahrt von Paris nach Antwerpen so ruhig wie hier.

zvg / Matthias Willi

Europas schiffbare Binnen-Gewässer, Kanäle, Flüsse und Seen weisen eine Gesamtlänge von über 45000 Kilometern auf. Eine Zahl, die verdeutlicht, dass unser Kontinent stark von Wasserstrassen durchzogen ist. Einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Teil dieses Netzes bildet auch der 76 Kilometer lange und mit 17 Schleusen versehene Canal du Nord, der Nordwestfrankreich mit Belgien und dem Ärmelkanal verbindet.

Kurzer Aufenthalt mit dichtem Programm

Ende letzter Woche präsentierte er sich geradezu idyllisch, aber je näher die Beneluxländer rückten, desto dunkler zeigte sich der Himmel. Weder Regen noch Sturm vermochten die MS Evolutie aufzuhalten. Seit gestern früh ankert sie nun im belgischen Antwerpen. Gut so, denn heute heisst das Schiff an Bord bereits wieder Besucherinnen und Besucher zu Ausstellung und Workshops willkommen.

In diesem Rahmen findet heute auch ein Vortrag statt über die 1959er-Ausstellung «Vision in Motion – Motion in Vision», die von Tinguely in Antwerpen mitorganisiert und -bespielt wurde. Es ist ein kurzer Aufenthalt mit dichtem Programm. Am Freitag bricht das Schiff dann bereits wieder auf – in Richtung Niederlande und Maastricht.

Die bisherigen Logbuch-Einträge von «Tinguely Ahoy»

Im Wochenrhythmus begleitet die bz die Stationen der MS Evolutie. www.mtahoy.com

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