Tinguely Ahoy
Logbuch-Eintrag 7: Zurück in die Sixties

Vergangene Woche legte die MS Evolutie in zwei Stationen an, wo Jean Tinguely einst seine ersten Einzelaustellungen auf deutschem Boden hatte: Krefeld und Düsseldorf.

bz
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Marie-Caroline Hominals Performance «Eurêka, c'est presque le titre» in der Düsseldorfer Zero Foundation.

Marie-Caroline Hominals Performance «Eurêka, c'est presque le titre» in der Düsseldorfer Zero Foundation.

Museum Tinguely

Die MS Evolutie, die seit zwei Monaten unter dem Titel «Museum Tinguely Ahoy!» von Paris her zurück in den Basler Heimathafen fährt, ist im letzten Drittel ihrer Reise ange­kommen. Neben der Ausstellung im Bug des Schiffes, der «Schwimmwasserplastik» auf dem Schiff und verschiedenen Performances um das Schiff sind die Bezüge der einzelnen Stationen zum Leben und Schaffen des Basler Künstlers ein wichtiger Teil des Programms.

Die oben genannte Performance.

Die oben genannte Performance.

Museum Tinguely

In Krefeld, wo der Basler Künstler in den Sechzigerjahren zweimal ausstellte, konnten die Besucherinnen und Besucher letzte Woche das originale Werk «Maschinenbild Haus Lange» sowie dessen Bauanleitung bewundern. Die Ausstellung im Krefelder Haus Lange hatte damals eine Übersicht der ersten sechs Schaffensjahre des noch jungen Künstlers gezeigt und zum Nachbasteln eines Werkes angeregt. Wer seinerzeit der Anleitung folgte und eine Fotografie seines Maschinenbilds an das Museum schickte, bekam eine Signatur von Tinguely.

Vergangene Woche wohnten dem Zwischenstopp der MS Evolutie in der Grossstadt am Niederrhein knapp 900 Menschen bei. Weiter gings nach Düsseldorf, wo das Frachtschiff am Wochenende vor Anker ging. Diese Stadt hat im Leben von Jean Tinguely eine besondere Bedeutung, schliesslich fand hier 1959 seine erste Einzelausstellung auf deutschem Boden statt.

Jean Tinguely (rechts) in einem Flugzeug mit dem Manifest «Für Statik», Düsseldorf, 1959.

Jean Tinguely (rechts) in einem Flugzeug mit dem Manifest «Für Statik», Düsseldorf, 1959.

bpk / Charles Wilp

In respektive über der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens machte Tinguely speziell auf sich aufmerksam: Am 14.  März 1959 soll er sein Manifest «Für Statik» über Düsseldorf abgeworfen haben – es gibt Fotos, die den Künstler mit den Flugblättern in einem Cockpit zeigen, es ist aber nicht gänzlich geklärt, ob der Abwurf tatsächlich stattgefunden hat.

Tatsächlich stattgefunden – nun wieder in der Jetztzeit – haben die Performances der an Bord mitreisenden Künstlerinnen und Künstler. Im Kaiser Wilhelm Museum und in der Zero Foundation kamen die Zuschauerinnen und Zuschauer in den Genuss von Tanz, Musik und Theater. Als nächste Station wartet Koblenz, wo die MS Evolutie am Wochenende ihren drittletzten Zwischenstopp vor Basel einlegt.

Im Wochenrhythmus begleitet die bz die Stationen der MS ­Evolutie.
www.mtahoy.com

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