Tödlicher Unfall in Basel
50-jährige Velofahrerin wird von einem Lastwagen erfasst und stirbt am Unfallort

Am Dienstagnachmittag kam es in Basel an der Kreuzung Luzernerring/ Burgfelderstrasse zu einem tödlichen Unfall. Dieser entfacht die Debatte um die Sicherheit von Velofahrern neu.

Lea Meister und Hans-Martin Jermann
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Die Unfallstelle an der Kreuzung Luzernerring/Burgfelderstrasse.

Die Unfallstelle an der Kreuzung Luzernerring/Burgfelderstrasse.

bz

Bei einem Verkehrsunfall zwischen einem Velo und einem Lastwagen auf der Kreuzung Luzernerring/Burgfelderstrasse verletzte sich die 50-jährige Velofahrerin tödlich. Die Kreuzung wurde für die Unfallaufnahme gesperrt. Die Kantonspolizei vermeldete den Unfall um 13 Uhr auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Das Unfallfahrzeug hinter der Absperrung.

Das Unfallfahrzeug hinter der Absperrung.

bz

Der 48-jährige Lastwagenfahrer war kurz vor 12 Uhr in Richtung Flughafenstrasse unterwegs, teilte die Kantonspolizei am Nachmittag mit. Der beim Lastwagenlenker durchgeführte Atemtest zeigte keinen Alkohol an. Die Basler Staatsanwaltschaft verfügte eine Blut-/Urinprobe. Die anwesenden Personen wurden von einem Team des Sozialdiensts der Kantonspolizei betreut.

«Wir wissen noch nicht genau, wie sich der Unfall zugetragen hat»

Die Polizei bittet Personen, die Angaben machen können, sich mit den Behörden in Verbindung zu setzen. «Wie sich der Unfall zugetragen hat und was die Ursache ist, wissen wir noch nicht genau und ist Gegenstand der Ermittlungen», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz auf Anfrage. Die Mitteilung der Polizei sei so verfasst, dass Personen, die den Unfall beobachtet haben, möglichst unbefangen ihre Eindrücke schildern. Die Kreuzung Luzernerring/ Burgfelderstrasse ist bei der Polizei bekannt: In den Jahren 2016/2017 sei diese in der Statistik als Unfall-Hotspot ausgewiesen gewesen; 2018/2019 dann aber nicht. Bauliche Massnahmen seien an der Kreuzung in diesen Jahren nicht getroffen worden, sagt Yerguz.

Genau solche fordert nun aber Florian Schreier, Geschäftsführer des VCS beider Basel. Lastwagenverkehr, Tempo 50, Tramschienen, aber keine abgetrennten Velowege.

«Auf dieser Kreuzung fühlen sich viele Velofahrer unwohl»,

sagt Schreier. Die Nachricht vom tödlichen Unfall habe ihn betroffen gemacht; da könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. «Solche und andere Kreuzungen in der Stadt kann man für Velofahrer besser designen», findet Schreier. Als Idee führt der VCS-Geschäftsführer das in den Niederlanden gängige Regime an Grosskreuzungen an: Dort verfügt der Radverkehr über eine eigene Spur, die ringartig um die Kreuzung führt. Resultat: Autos und Velos treffen nicht nebeneinander, sondern in einem 90-Grad-Winkel aufeinander. Dadurch werde die Kreuzung für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher, veranschaulicht Schreier.

Ältere Personen oft von tödlichen Unfällen betroffen

Tödliche Unfälle mit Velofahrern gibts in der Stadt leider immer wieder: Der vorerst letzte ereignete sich am 13. Januar 2020 an der Feldbergstrasse, als eine 52-jährige Velofahrerin mit einem Bus der Basler-Verkehrsbetriebe (BVB) zusammenstiess. Das war einer von insgesamt drei tödlichen Unfällen im Jahr 2020 auf den Basler Strassen. Im Vorjahr 2019 betrafen beide tödlichen Verkehrsunfälle Velofahrer. Einer der Getöteten war der Umweltaktivist Martin Vosseler, der im Oktober an der Austrasse stürzte und in der Folge von einem Lastwagen erfasst wurde. Die Polizei hat festgestellt, dass ältere Personen überdurchschnittlich oft Opfer von tödlichen Unfällen waren. Yerguz sieht dafür zwei Gründe: Einerseits seien ältere Personen vulnerabler, ein Unfall hat also potenziell gravierendere Folgen als bei einer jüngeren Person. Anderseits könne die Polizei Kinder und Jugendliche mit Präventionsmassnahmen einfacher ansprechen. Im noch jungen 2021 sind mit dem Unfall von heute Dienstag bereits zwei Menschen auf Basels Strassen gestorben.