Flughafenbahn

Trinational vereint für die Flughafenbahn

Die Mitglieder des Fördervereins kämpfen für einen Bahnanschluss zum Euro-Airport. Foto: Kenneth Nars

Die Mitglieder des Fördervereins kämpfen für einen Bahnanschluss zum Euro-Airport. Foto: Kenneth Nars

Ein prominent besetzter Förderverein kämpft für einen Bahnanschluss zum Euro-Airport.

Ein Bahnanschluss zum Euro-Airport soll der ganzen trinationalen Region Vorteile bringen. Deshalb wollen sich jetzt Politiker und Wirtschaftsvertreter aus der ganzen Region für den Bahnanschluss des Flughafens einsetzen. Dieser ist frühestens 2017 fertiggestellt.

Die Lobbyarbeit für den Bahnanschluss an den Euro-Airport (EAP) ist der Hauptzweck eines gestern gegründeten Fördervereins. Ihm gehören Vertreter aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz an. In Politik und Wirtschaft will der Verein Druck machen, damit das Vorhaben so rasch wie möglich realisiert wird. Auch will er die Bevölkerung über das Vorhaben informieren und letztlich begeistern.

Der Verein zählt zehn Gründungsmitglieder, darunter die Kantone Basel-Stadt und Baselland, die Handelskammer beider Basel, die Stadt Freiburg im Breisgau, die Stadt Lörrach und mehrere elsässische Körperschaften. Präsidiert wird er von Jean-Marie Bockel, der dem Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération vorsteht.

Projekt rasch vorwärtsbringen

Der Verein sei gegründet worden, weil jetzt mehrere Möglichkeiten bestehen, um das Projekt rasch vorwärtszubringen, sagte Bockel vor den Medien. Zurzeit würden Studien zur technischen und finanziellen Realisierbarkeit erstellt. Geprüft wird vor allem, wie die Flughafenbahn mit den bestehenden Schienennetzen in der Region verbunden werden kann. Diese Studien sollen bis Ende 2011 vorliegen. Der Bahnanschluss an den Flughafen gehöre zu den wichtigsten fünf Projekten, die in der französischen Infrastrukturplanung für die Flughäfen aufgeführt seien, sagte Bockel weiter.

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin erhofft sich vom Verein «mehr Zugkraft und Bewegung» für den Bahnanschluss. Der EAP sei in der Schweiz der einzige nationale Flughafen ohne Schienenanschluss. Deshalb habe der Bund schon vor Jahren 25 Millionen Franken in die Infrastrukturplanung aufgenommen. Die beiden Basel würden je 10 Millionen zur Verfügung stellen. Morin zeigte sich überzeugt, dass das Projekt der ganzen Region Vorteile bringen werde. Die Stadt Basel könne profitieren, weil sie vom Autoverkehr entlastet werde.

Das Einzugsgebiet erweitern

Zudem werde sich das Einzugsgebiet des Flughafens bis nach Bern und weit in den Kanton Aargau sowie bis nach Freiburg im Breisgau erweitern. Damit bleibe der Flughafen für das Elsass ein attraktiver Arbeitsort. Morin verwies auf den gestern erfolgten Gotthard-Basistunnel-Durchstich und meinte, «die Schweizer kennen grossartige Infrastrukturprojekte und wissen, dass es einen langen Atem und viel Lobbyarbeit braucht».

Der Baselbieter Vizepräsident des EAP-Verwaltungsrats, Eduard Belser, mahnte zur Geschlossenheit für das Projekt. Die Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm zeigte sich besonders erfreut darüber, dass das Land Baden-Württemberg das Vorhaben unterstützt. Belser und Morin sagten, das Projekt müsse von der Bevölkerung in allen drei Ländern getragen werden.

Der Bahnanschluss an den Basler Flughafen wird seit rund 20 Jahren diskutiert. Ein erstes Projekt sollte bereits fertiggestellt sein. Vor einigen Jahren wurde es jedoch vorerst begraben. Nachdem die Flughafendirektion im Jahre 2007 eine Optimierungsstudie durchgeführt hatte, wurde das Vorhaben im Juni dieses Jahres wiederbelebt. Die provisorische Planung sieht vor, dass bis 2013 die Finanzierung sichergestellt sein sollte. Ein Jahr später sollten die Bauarbeiten beginnen. Die Inbetriebnahme des Bahnanschlusses dürfte frühestens 2017 erfolgen.

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