Trinkwasseruntersuchung
Pestizidrückstände überschritten Grenzwert bei Routinekontrolle im Baselbiet um fast das 50-fache

Das Baselbieter Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat bei einer Routineuntersuchung deutlich erhöhte Werte eines Pestizids im Trinkwasser nachgewiesen – gefährlich sei das aber nicht.

Tomasz Sikora
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Das Baselbieter Trinkwasser ist bezüglich den polaren, sauer reagierenden Pestiziden wenig belastet.

Das Baselbieter Trinkwasser ist bezüglich den polaren, sauer reagierenden Pestiziden wenig belastet.

Bild: Roland Weihrauch / DPA

Während der Wachstumsperiode der Vegetation in den warmen Sommermonaten führt das Baselbieter Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in regelmässigen Abständen Untersuchungen des Trinkwassers durch. Bei einer der Untersuchungen in den Sommermonaten dieses Jahres wurden Trinkwasserproben aus dem Netz sämtlicher Wasserversorgungen des Kantons auf «bestimmte Polare Pestizide, welche im Wasser sauer reagieren sowie deren Abbauprodukte» getestet, wie das Amt letzten Dienstag mitteilte.

Bei 70 der 83 Proben seien «erfreulicherweise» weder Pestizide noch deren Abbaustoffe nachgewiesen worden, zwölf der nachgewiesenen Substanzen seien in Konzentrationen innerhalb der erlaubten Grenzwerte nachgewiesen worden. Den Grenzwert um fast das 50-fache überschritten habe «einzig» der Pestizidwirkstoff 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D). Anstatt der erlaubten 0.1 Mikrogramm pro Liter habe die Messung eine Konzentration von 4.9 Mikrogramm pro Liter ergeben.

Bei dem Stoff handelt es sich um ein sogenanntes «Breitband-Herbizid», also ein Pflanzenschutzmittel, das sowohl von Privatpersonen als auch in der konventionellen Landwirtschaft im Ackerbau, auf Wiesen und im Obstbau angewendet wird. In der biologischen Landwirtschaft ist seine Anwendung nicht erlaubt. Ob es im vorliegenden Fall um eine landwirtschaftliche oder eine private Anwendung des Mittels ging, war auf Anfrage der bz beim Amt nicht in Erfahrung zu bringen.

Kanton nennt betroffenen Wasserversorger auf Anfrage nicht

Als Reaktion auf die festgestellte Überschreitung hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Risikoabklärung durchgeführt, die keine Gesundheitsgefährdung ermitteln konnte. Bei Nachproben von sämtlichen Quellen und vom Pumpwerk der betroffenen Wasserversorgung konnte keine Grenzwertüberschreitung mehr festgestellt werden. Mit dem betroffenen Wasserversorger sei vereinbart worden, dass dessen Quellen und Pumpwerk in Zukunft weiterhin risikobasiert, das heisst in der Wachstumsphase der Vegetation im Sommer, auf die entsprechende Substanz getestet werde. Auch um welchen Wasserversorger es sich handelt, war auf Anfrage der bz nicht in Erfahrung zu bringen.

In seinen Schlussfolgerungen hält das Amt fest, dass bis auf die eine Probe, die eine einzelne, lokale Überschreitung ergeben habe, sämtliche Untersuchungen keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt hätten. Insgesamt sei das Trinkwasser im Kanton Baselland bezüglich polaren, sauer reagierenden Pestiziden wenig belastet.

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