Coronavirus

Tschüss Zoom!: An der Universität Basel beginnt das etwas andere Semester

Das neue Unijahr beginnt und birgt Schwierigkeiten – doch dank verschiedener Massnahmen sollen die neuen Studenten davon nichts merken.

Für den 23-jährigen Pascal lag letzte Woche ein Paket der Basler Universität im Briefkasten. Im Normalfall würden es Bücher sein. Oder eine Einladung. Da dieses Jahr aber alles anders ist, lag in dem Paket neben verschiedenen Unterlagen eine Stoffmaske. Mit dem Unilogo. Die Maske soll ab dem ersten Unitag am Campus getragen werden.

Der erste Tag an der Uni, und alles ist anders. Sogar die Begrüssung läuft anders ab. Statt wie gewohnt im Campus, fand die Feier in der Messe Basel statt – das Programm blieb gleich. Rektorin Andrea Schenker-Wicki sowie die Vizerektoren Thomas Grob und Torsten Schwede haben die neuen Studenten willkommen geheissen. Denn nach exakt sechs Monaten ging es wieder los. Passend zum guten Wetter kamen die Studenten und wälzten sich in der Sonne, tauschten sich über ihren Sommer aus oder lernten sich kennen. Denn zu den vielen Studenten der Universität, gehören nun 2000 neue Studierende. 1600 Studenten belegen ein Bachelor-, der Rest ein Masterstudium.

Schutzkonzept für Erstsemestrige

Mehr Leute mit Rucksäcken und Taschen dürfte man im neuen Semester trotzdem nicht an öffentlichen Plätzen antreffen, denn der Unterricht wird weiterhin grösstenteils online stattfinden. So auch die Vorlesungen von Germanistik-Student Pascal. Er studiert im dritten Semester und hat in den letzten Monaten bereits Corona-Erfahrungen gesammelt. «Es ist echt mühsam. Zoom-Unterricht ist einfach nicht dasselbe», sagt er. Man könne nicht mit seinen Kommilitonen diskutieren und das gemeinsame Lernen sei auch schwieriger als gewohnt. «Da fehlt ein grosser Teil des Studentendaseins.»

So soll es den Neu-Studenten aber nicht gehen. Für sie hat die Universität einen speziellen Plan entwickelt, erklärt Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Universität. Über die Hälfte aller Erstsemestrige-Vorlesungen sollen im Präsenzunterricht abgehalten werden. «Die neuen Studierenden sollen sich untereinander kennen lernen können.»

Da stellt sich die Frage: Wie bekommt man knapp 1600 Studenten inmitten von Corona an die Uni, ohne damit ein Risiko einzugehen? «Das braucht viel Planung. Dafür haben wir uns mit Experten aus dem Unispital, die zur nationalen Taskforce angehören, zusammengesetzt», sagt Geering. Rausgekommen sei ein «gut durchdachtes» Schutzkonzept: In Foyers, Gängen, Treppenhäusern und Aufzügen sowie in den Lernräumen gilt die Maskenpflicht.

Für Vorlesungssäle sowie Seminar- und Übungsräume gilt: Wer zu seinem Platz geht, oder wieder aufsteht, muss die Maske tragen. Während des Unterrichts ist dies jedoch nicht nötig. Um die Sicherheit gewährleisten zu können, wurde auf Abstand gesetzt: Räume, die eigentlich für 300 Leute konzipiert sind, werden nun umfunktioniert. Ungefähr jeder zweite Platz bleibt leer, sodass in Coronazeiten nur noch 100 Studierende gleichzeitig in einem Raum sitzen.

«Wichtig ist, dass das Konzept auch wirklich durchgezogen wird – aber es sieht gut aus», sagt Geering. Und ein Blick auf den Campus am Petersplatz gibt ihm Recht. Überall sitzen Studenten mit ihren Masken. Darüber freut er sich, denn: «So können wir gesund in den Herbst gehen.»

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