Übernahme
Allschwiler Biotechfirma geht in amerikanische Hände über

Das Unternehmen Polyphor stand bis vor kurzem vor dem Aus. Nun rettet sich die Firma in die Hände des US-Unternehmens Enbiotix. Allschwil bleibt als Standort erhalten.

Andreas Möckli
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Hier wird weiter geforscht: Sitz der Biotechfirma Polyphor in Allschwil.

Hier wird weiter geforscht: Sitz der Biotechfirma Polyphor in Allschwil.

Georgios Kefalas/ Keystone

Der Rettungsversuch der Allschwiler Biotechfirma Polyphor ist gelungen. Sie wird vom US-Biotechunternehmen Enbiotix übernommen. Ende Juni gab Polyphor bekannt, dass das wichtige Präparat gegen Brustkrebs nicht den gewünschten Erfolg bewirkt. In der Folge büsste die Aktie an der Börse um über 70 Prozent ihres Werts ein. Rund 20 Mitarbeiter wurden entlassen.

Auf dem Papier handelt es sich zwar um eine Fusion der beiden Gesellschaften, faktisch wird jedoch Enbiotix nach dem Deal über die Mehrheit an Polyphor verfügen. Während sich die Amerikaner im Besitz privater Investoren befinden, werden die Aktien von Polyphor seit 2018 an der Schweizer Börse gehandelt. Enbiotix kann sich so einen aufwendigen und teuren Börsengang ersparen.

Konkret sollen die Enbiotix-Aktionäre an der neuen Firma zwischen 74 und 77 Prozent halten, während sich die Polyphor-Eigner mit einem Anteil von 23 bis 26 Prozent begnügen müssen. Die Transaktion soll im vierten Quartal des laufenden Jahres über die Bühne gehen. Polyphor wird in der Folge umbenannt, der neue Name ist allerdings noch nicht bekannt.

Über die neuen Besitzer ist noch wenig bekannt

Klar ist dagegen, dass die neue Firma in Allschwil bleiben wird, wie ein Sprecher sagt. Polyphor-Chef Gökhan Batur muss jedoch das Feld den Amerikanern überlassen. Deren Chef und Verwaltungsratspräsident Jeffrey D. Wager soll das neue Unternehmen führen. Die restliche Zusammensetzung des Managements sowie des Verwaltungsrats wird später bekanntgegeben.

Die neue Firma wird vor allem auf zwei Wirkstoffe setzen, die zur Behandlung der schweren Atemwegserkrankung zystische Fibrose zum Einsatz kommen. Jenes von Enbiotix ist in Europa zwar bereits zugelassen, ausserhalb aber noch nicht. Gerade mit Blick auf den wichtigsten Markt USA ist dafür eine weitere klinische Studie nötig. Das neue Unternehmen plant zudem, in den Bereichen seltene Krankheiten und Krebs zu forschen.

Weitere Informationen über Enbiotix sind rar. Zu Kennzahlen wie Umsatz oder Mitarbeiter will sich das Unternehmen erst morgen an einer Telefonkonferenz äussern.

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