Gastronomie

Umstrittener Wirt expandiert: Za-Zaa-Geschäftsführer eröffnet 2021 ein Lokal im Bahnhof SBB

Noch ist nur eine grosse Baustelle zu sehen. Doch bald wird hier am Bahnhof ein neues Za-Zaa-Restaurant eröffnen.

Noch ist nur eine grosse Baustelle zu sehen. Doch bald wird hier am Bahnhof ein neues Za-Zaa-Restaurant eröffnen.

Im Frühjahr 2021 wird der Westflügel des Bahnhof SBB in Betrieb genommen. In dem Gebäudeteil, der den Schweizer Bahnhof mit dem französischen Bahnhof verbindet, stehen den Reisenden dann verschiedene Gastroangebote zur Verfügung. Eines davon wird ein Za-Zaa-Restaurant sein, betrieben von Aasamo-Geschäftsführer Ismail Korkut. Wie lange dessen Restaurant «Kleine Freiheit» noch bleibt, ist derweil ungewiss.

Der Wirt Ismail Korkut wird aktuell von seinen derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitenden sowie der Interprofessionellen Gewerkschaft der ArbeiterInnen (IGA) wegen schlechter Arbeitsbedingungen und mangelhafter Betriebsführung kritisiert (die bz berichtete).

Auf die Frage nach Expansionsplänen antwortete der Marketing- und Relationship-Manager Umut Köylü: «Wir arbeiten länger schon an einem vielversprechenden besonderen Konzept. Doch vorher gibt es noch ein allerletztes Za-Zaa-Restaurant in Basel.» Die Nachfrage, ob es sich dabei um das Restaurant am Bahnhof SBB handelt, blieb am Mittwoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Jedoch erwähnt Köylü, dass die Eröffnung am 25. Juni 2021 stattfindet, was mit den Plänen der Eröffnung des Westflügels ungefähr übereinstimmt.

Die erste Stelle wurde bereits ausgeschrieben

Aktuell sucht die Aasamo Gastro GmbH auf einer Jobplattform nach Mitarbeitenden. In der Ausschreibung für die Stelle der «Leitung Gastronomie» steht geschrieben: «Za Zaa bietet Dir eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Herausforderung mit grosser Selbstständigkeit in einem multikulturellen und weltoffenem Umfeld.»

Es sind die Attribute, die auch denjenigen Mitarbeitenden versprochen wurden, die ihren Arbeitgeber nun kritisieren; unter anderem, weil sich diese Versprechen nicht erfüllten.

Café und Restaurant auf zwei Etagen

Das Restaurant wird sich auf der Seite der Gleise befinden. Geplant ist laut Baupublikation ein zweistöckiges gastronomisches Angebot im typischen Za-Zaa-Stil. Im Erdgeschoss plant die Bauherrschaft ein «unkompliziertes Café für den kleinen Hunger zwischendurch» mit 85 Sitzplätzen. Im Obergeschoss bietet ein Restaurantbereich Raum zum «Verweilen und Geniessen» für 75 Gäste.

Der Hauptbestandteil des Angebots sollen Mezze und kleine kalte und warme Speisen sein, die von den Gästegruppen geteilt werden. Sämtliche Gerichte werden in einer externen Produktionsküche vorproduziert und in der Küche im Erdgeschoss lediglich fertigzubereitet und angerichtet. Die beiden Geschosse werden durch einen Lichthof, der sich in der Mitte der rund 250 Quadratmeter grossen Räume befindet, verbunden.

Kleine Freiheit soll Wohnungen weichen

An der Fassade des Restaurants Kleine Freiheit an der Feldbergstrasse 23 hängt schon seit Längerem ein Schild des Bau- und Gastgewerbeinspektorats. Es kündigt an, dass im Erdgeschoss der Liegenschaft fünf Wohnungen entstehen sollen. Diese Ankündigung verwundert gleich zweifach. Das Restaurant feierte erst vergangenen Herbst Eröffnung. Dass die Kleine Freiheit nun nach nur einem Jahr wieder geschlossen werden soll, scheint im Widerspruch zu den Plänen der Betreiber zu stehen.

Auf die Frage, was es mit den Umbauplänen auf sich habe, antwortet Köylü: «Diese Frage stellen wir uns auch. Auf unsere Anfrage hin gibt man aktuell keine klare Antwort.» Er sei jedoch überzeugt, dass der Eigentümer die Geschäftsleitung noch sprechen wollen werde. Ausserdem sei der Mietvertrag noch von langer Dauer. Auf Nachfrage der bz teilt die Eigentümerin, eine Zürcher Immobilienfirma mit, sie habe die Gespräche mit der Mieterschaft aufgenommen.

«Das Restaurant im Erdgeschoss wird abgebrochen»

Die zweite Frage, wie fünf Wohnungen auf der Fläche des jetzigen Restaurants Platz finden sollen, beantwortet die Baupublikation. Dort steht geschrieben: «Das Restaurant im Erdgeschoss wird abgebrochen.» Der Grundrissplan zeigt fünf sehr kleine Studiowohnungen. Für Wohnen und Küche stehen jeweils rund 15 Quadratmeter zur Verfügung, für das Bad knapp 4. Um möglichst wenig Wohnfläche zu verlieren, wird der Flur weggespart. Damit die Wohnungen dennoch separat begehbar sind, wird eine zusätzliche Eingangstür eingebaut.

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