Umstrittenes AKW
Kritik am Rückbau von Fessenheim

Zu geringe Sicherheitsmassnahmen: Der Atomschutzverband bemängelt, wie das AKW Fessenheim zurückgebaut wird. Viele Schwachstellen würden einfach hingenommen.

Patrick Marcolli
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Das stillgelegte AKW Fessenheim.

Das stillgelegte AKW Fessenheim.

Bild: Ronald Wittek / EPA

Der Trinationale Atomschutzverband (Tras) ist nicht zufrieden damit, wie der Rückbau des jahrzehntelang umstrittenen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim seit etwas mehr als einem Jahr vorangeht. In einem gestern veröffentlichten Communiqué räumt der Tras zwar ein, dass die Entfernung der Brennstäbe nach Plan verlaufe. Jedoch würde die Betreiberin Electricité de France (EDF) «nur in minimalem Ausmass» die von der Aufsichtsbehörde verlangten Risikovorkehrungen erfüllen. Gerade bei der Sicherheit und bei der Transparenz bestünden grosse Lücken.

Der Verband zitiert André Herrmann, den ehemaligen Präsidenten der Eidgenössischen Strahlenschutzkommission. Nach Durchsicht der von der EDF zur Verfügung gestellten Dokumente zum Rückbau gelangt er zum Schluss, dass die Vorsichtsmassnahmen nicht ausreichten. So genüge die Verstärkung der Notkühlung durch eine neue Grundwasserpumpe nicht: «Ein schneller Wasserverlust der Brennelemente-Becken durch Rissbildung und die offensichtliche Schwierigkeit des ‹Einsatzes der Force d’Action Rapide Nucléaire› nach einem Erdbeben werde nicht berücksichtigt», lässt sich Herrmann zitieren. «Es zeigt sich, dass viele Schwachstellen, die seit dem Unfall von Fukushima von der Aufsichtsbehörde kritisiert wurden, auch beim Rückbau ohne Sicherheitsvorkehrungen hingenommen werden.»