Von einem neuen Kapitel in der Partnerschaft schwärmten am Donnerstag die Regierungsräte beider Basel, als sie ihre Lösung für die Uni- und Kulturfinanzierung sowie den neuen Uni-Standort Münchenstein vorstellten. Tatsächlich darf das Bekenntnis, im Dreispitz einen Campus für die Jus- und Wirtschaftsstudenten zu bauen, als epochal bezeichnet werden. Zwar werden einige Berufsbaselbieter wohl noch bei der Einweihung in zehn Jahren mäkeln, dass das kein richtiger Standort auf dem Land sei. Die Folgen des Entscheids sind dennoch weitreichend: Zwei Fakultäten und ein Fünftel der Studierenden (aktuell wären es 2600) zügeln ins Baselbiet. Mit einem derart starken Standbein im Kanton erübrigt sich jede Grundsatzdebatte über die Uni-Trägerschaft.

Zudem wird die Position von Baselland in der Schweizer Hochschullandschaft gestärkt, was weiteren Forderungen, etwa jener nach einem Sitz im Hochschulrat, Auftrieb verleihen wird. «Wir sind Uni» posaunte der Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber vor den Medien. Was flapsig klang, war ein kalkuliertes und klares Bekenntnis. Der «BLexit», der Austritt Basellands als Träger der Universität Basel, ist nun endgültig vom Tisch.

Dennoch war die Tonlage bei den Magistraten am Donnerstag zu euphorisch: Mit dem Deal werden nicht alle Baustellen in der Partnerschaft behoben. Nicht gerade zukunftsweisend ist die Lösung zur Kulturfinanzierung. Damit nimmt Baselland bloss die 2017 angekündigte Halbierung der Beiträge zurück. Die Kulturbetriebe erhalten zudem mehr Planungssicherheit, da Baselland künftig einen Fixbetrag an Basel-Stadt überweist. Doch weshalb sind es 9,6 Millionen Franken pro Jahr – und nicht 8 oder 15 Millionen? Im Gegensatz zum neuen Finanzierungsschlüssel für die Uni fehlen bei der Kultur objektiv messbare Kriterien weiterhin. Die Kulturabgeltungen wurden willkürlich festgelegt. Ein Kuhhandel. Über die Höhe werden Stadt und Land schon bald wieder streiten.