Universität Basel
Blinder kann dank Gentherapie wieder sehen

Seit zehn Jahren forscht ein Team an der Behandlung von vererbter Blindheit. Ein Patient kann dadurch zumindest teilweise wieder sehen.

Elodie Kolb
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Mit einer speziellen Therapie erreichte die Uni Basel, dass ein Blinder teilweise wieder sehen kann. (Symbolbild)

Mit einer speziellen Therapie erreichte die Uni Basel, dass ein Blinder teilweise wieder sehen kann. (Symbolbild)

© SUSANN BASLER / TZ

Die Erblindung von Menschen geht häufig auf erbliche Erkrankungen der Fotorezeptoren im Auge zurück. An der Behandlung durch vererbte Krankheiten hervorgerufenen Erblindung forscht ein Forschungsteam der Universität Basel gemeinsam mit der Universität Pittsburgh seit über zehn Jahren.

Wie die Universität Basel mitteilt, konnten sie nun erreichen, dass ein Blinder nach der Behandlung seine Sehkraft teilweise wieder zurückerhielt. Der Patient sei durch die Erbkrankheit Retinitis pigmentosa vollständig erblindet gewesen.

«Die Studienergebnisse beweisen, dass eine optogenetische Gentherapie zur partiellen Wiederherstellung von Sehfähigkeit machbar ist»,

sagt Professor Botond Roska, der Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie der Universität Basel. Bei der Behandlung werden, wie die Universität weiter schreibt, optogenetische Gentherapien eingesetzt. Dabei handle es sich um eine Technik, «welche die Zellen genetisch so verändert, dass sie lichtempfindliche Proteine produzieren». Diese absorbieren bernsteinfarbenes Licht, welches sicherer ist, als das sonst oft verwendete blaue Licht. Dazu habe das Team eine Spezialbrille mit Kamera entwickelt, welche die Umgebung erfasst und bernsteinfarbenen Lichtwellenlängen auf die Netzhaut projiziert.

Mithilfe dieser Spezialbrille habe der Patient fünf Monate nach der Behandlung Objekte auf einem weissen Tuch wahrnehmen, zählen und lokalisieren können. Das sei ihm bei unterschiedlichen Tests verschieden gut gelungen. Allerdings nur mit der Spezialbrille, ohne habe er nicht gesehen.

Diese Art der Behandlung komme allerdings nur für Menschen in Frage, deren Sehnerv noch intakt ist, heisst es weiter. Und es werde noch «einige Zeit dauern», bis die Therapie Patienten angeboten werden könne. Dennoch schreibt die Universität Basel von einem «wichtigen Schritt».