Universitätsspital Basel
Narkosen werden klimaschonender

Das Basler Unispital verzichtet ab sofort auf das Narkosegas Desfluran, welches klimabelastend ist. Ausserdem wird eine neue Fachstelle für Nachhaltigkeit geschaffen.

Lea Meister
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Das Unispital setzt das umweltschädliche Gas Desfluran ab sofort nicht mehr ein.

Das Unispital setzt das umweltschädliche Gas Desfluran ab sofort nicht mehr ein.

Donato Caspari / caspfoto.ch

Über 2'500 mal so klimaschädlich wie CO2. Das ist die Bilanz von Desfluran, einem Narkosegas, welches im Unispital Basel verwendet wurde. Wie das USB am Mittwoch mitteilte, wird die Verwendung dieses Gases ab sofort eingestellt. Eine siebenstündige Narkose mit diesem Gas entspricht bis zu 15'000 gefahrenen Kilometern in einem normalen Auto.

Neue Fachstelle für Nachhaltigkeit

Der Einsatz von Defluran sei in Schweizer Spitälern dennoch weit verbreitet, heisst es in der Mitteilung weiter. «Es stehen heute klimaschonendere Alternativen zur Verfügung, die weder in der Patientensicherheit und im Patientenkomfort noch in der Behandlungs- und Ergebnisqualität relevante Nachteile gegenüber Desfluran haben», wird Luzius Steiner, Chefarzt der Anästhesie. zitiert.

Zusätzlich schafft das Unispital eine neue Fachstelle für Nachhaltigkeit und ergreift Massnahmen als Mitglied der Organisation «Global Green and Healthy Hospitals». Die Herausforderungen im Spitalbetrieb sind gross, so besteht beispielsweise nach wie vor ein Trend zu Wegwerf- und Einwegmaterialien und energieintensiven Bereichen wie der Radiologie und Operationen. Wichtig sei hierbei, dass Nachhaltigkeit nie zulasten von Hygiene und Sicherheit der Patientinnen und Patienten gehen dürfe.

Jährlicher Nachhaltigkeitsbericht des Unispitals

«Das Gesundheitswesen der Schweiz ist leider ökologisch nicht nachhaltig. Es verursacht alleine ca. 7 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz und gehört mit USA, Australien und Kanada in dieser Hinsicht zu den vier grössten Emittenten pro Einwohner. Dabei wissen gerade wir als Gesundheitsfachpersonen sehr gut, dass die Klimakrise in aller erster Linie eine Gesundheitskrise ist und sein wird», wird Christian Abshagen, Leiter der Fachstelle Nachhaltigkeit, zitiert.

Zum Auftakt der UNO-Klimakonferenz am 1. November 2021 weist das Unispital auf die Dringlichkeit der UN-Klimaziele hin. Seit vergangenem Jahr veröffentlich es ausserdem einen Nachhaltigkeitsbericht mit den getroffenen Massnahmen und Entwicklungen rund um die Themen Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Abfall. Neu enthält der Bericht auch Informationen zu Aus- und Weiterbildung, Chancengleichheit und Ethik & Compliance.

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