Basel
Universitätsspital: Ein Haus für Basler und immer mehr Baselbieter

Der Anteil der Baselbieter Patienten im Universitätsspital hat in den letzten Jahren zugenommen – und er dürfte mit der vollen Freizügigkeit weiter steigen.

Hans-Martin Jermann
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Immer mehr Baselbieter: Das Universitätsspital Basel

Immer mehr Baselbieter: Das Universitätsspital Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Das Universitätsspital Basel (USB) wird immer häufiger von Patienten aufgesucht, die nicht im Stadtkanton leben: 2011 betrug ihr Anteil im stationären Bereich 44,5 Prozent, wovon wiederum fast die Hälfte Baselbieterinnen oder Baselbieter waren. 15,5 Prozent der USB-Patienten stammen aus der übrigen Schweiz, 7 Prozent aus dem Ausland, der Mammutanteil davon aus Deutschland. Trotz ihres rückläufigen relativen Anteils - 2011 betrug dieser noch 55 Prozent - nimmt die Zahl der Stadtbasler Patienten in absoluten Zahlen zu. Diese Tatsache impliziert, dass die Zahl der stationären Patienten steigt; 2011 um 1,6 Prozent.

«Starke Zentrumsfunktion»

«Diese Entwicklung ist Ausdruck der starken Zentrumsfunktion unseres Spitals», sagt USB-Direktor Werner Kübler. Er glaubt, dass insbesondere der Anteil der Baselbieter Patienten am USB in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Ein Grund dafür sei die von den Regierungen beider Basel beschlossene vollständige Freizügigkeit für die Patienten von Stadt und Land. Zu den Gründen für die Zunahme der Baselbieter Patienten in den vergangenen Jahren lässt sich hingegen nur spekulieren. Eine der Ursachen könnte sein, dass zuletzt die Unsicherheiten um die Zukunft des Bruderholzspitals die Zahl der Baselbieter Patienten wohl nach oben getrieben hätten.

Seit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung am 1. Januar 2012 bezahlen die Wohnkantone einen fixen Anteil an die Behandlungskosten «ihrer» Patienten. Je mehr Baselbieter Patienten also das USB aufsuchen, desto stärker ist der Landkanton an der Finanzierung dessen Leistungen beteiligt. Nach dem Entscheid für eine volle Freizügigkeit, die spätestens ab 2014 gilt, und jenem, auf ein neues Akutspital auf dem Bruderholz zu verzichten, könnte sich das Baselbiet mit einem starken Zentrumsspital in der Stadt arrangieren. Gleichwohl wird der Druck steigen, dass sich das Baselbiet am USB beteiligt und dieses fortan analog zum Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) als öffentlich-rechtliche Anstalt im Eigentum der Kantone geführt wird.

Mit einer bikantonalen Trägerschaft könnten heutige «Asymmetrien» (USB-Verwaltungsratspräsident Michael Plüss) beseitigt werden. Schliesslich wird die Universität, die mit dem Spital via Lehre und Forschung eng verzahnt ist, von Stadt- und Landkanton gemeinsam getragen. «Das Einvernehmen zwischen Spital und Medizinischer Fakultät ist gut», stellt Spitaldirektor Kübler klar. Die erwähnten Asymmetrien könnten allerdings unangenehme Fragen nach sich ziehen - etwa ob bei der Verteilung der Mittel der «Spitalkanton» Basel-Stadt bevorzugt wird.

Neue Ausgangslage im Baselbiet

Beim USB würde man eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Kanton Baselland jedenfalls begrüssen. Werner Kübler räumt allerdings auch ein, dass sich mit der Neuorganisation der Baselbieter Spitäler die Ausgangslage leicht verändert habe: «Das Kantonsspital Baselland arbeitet auf derselben Augenhöhe wie wir. Es ist sowohl unser wichtigster Konkurrent - als auch unser wichtigster Kooperationspartner.