Herr Dietz, wie stehen Sie zum Projekt des Container-Terminals in Weil?

Wolfgang Dietz: Ausgangspunkt der Überlegungen waren Erwägungen im Bundesamt für Verkehr BAV. BAV-Vertreter kamen zu uns, haben sich unseren Hafen angesehen und hatten eine fertige Planung für ein Container-Terminal dabei. Ich bin ein höflicher Mensch und habe die Leute empfangen, war aber doch einigermassen erstaunt, dass das BAV über fremdes Territorium planen lässt. Danach griffen Private das Thema auf. Ich war wieder höflich und habe sie im Stadtparlament ihre Ideen vortragen lassen. Wir haben einige zentrale Bedingungen genannt, wie diese Vorstellungen überhaupt realisierbar wären. Im Moment entsteht der Eindruck, über das Projekt sei bereits entschieden. Erst müssen die Voraussetzungen aber geklärt sein.

Schweizer Firmen möchten im Weiler Hafen bauen.

Schweizer Firmen möchten im Weiler Hafen bauen.

Sind sie aber nicht?

Wir haben immer gesagt: Jedwede Entwicklung des Rheinhafens hängt von der Frage ab, ob wir bei Märkt einen Autobahnvollanschluss an die A5 und die A98 hinbekommen, um Mehrverkehr bei der Palmrainbrücke und dem überlasteten Colmarer Kreisel zu vermeiden. Diese Frage aber ist vollkommen offen. Bevor das nicht geklärt ist, brauche ich mir keine weitergehenden Gedanken zu machen. Ein Autobahnanschluss muss in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Vorher aber muss ihn das Regierungspräsidium beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg anmelden, das den Vorschlag übernehmen muss. Unser Baubürgermeister war mit dem konkreten Projekt in Stuttgart. Das Verkehrsministerium war nicht abgeneigt. Ein Gutachten zur technischen Machbarkeit und den Kosten ist in Bearbeitung. Danach sehen wir weiter. Die Unternehmen, die das angestossen haben, stehen im innerschweizer Disput. Wir sitzen mittendrin. Dazu kommt, dass die Schweizerischen Rheinhäfen Miteigentümer bei der Weiler Rheinhafengesellschaft sind.

Das klingt kompliziert und nicht so, als wenn in zwei, drei Jahren ein Autobahnanschluss gebaut werden kann.

Mit Sicherheit nicht. Kommt hinzu, dass wir mit der Erfahrung leben, dass es der Schweizer Politik und Wirtschaft noch immer gelungen ist, lukrative wirtschaftliche Entwicklungen im Lande zu halten. An die generelle Aussiedlung nach Deutschland oder Frankreich, um Land für Wohnbebauung zu gewinnen, glaube ich noch nicht.