Fasnacht

Vegane Schnitzel der Basler Bänggler

Im Unternehmen Mitte singen die Bänggler virtuell auf Leinwand.

Im Unternehmen Mitte singen die Bänggler virtuell auf Leinwand.

Wenn die Gesundheit schon gefährdet ist, so soll doch der Humor gesund bleiben. Wenn wir schon nicht «uff d’Gass» gehen dürfen, trösten wir uns mit Kulinarik. Auch die Schnitzelbänggler haben sich dem Thema gesunder (und vielleicht sogar guter) Ernährung angenommen. Hier eine Auswahl.

D Bildsteerig, Bängg fir Basel (BfB), ist vegetarisch unterwegs.

I ha my Kater drvoo kenne iberzyyge
dass Riebli und Broggoli gsünder syyge.
Numme zellt är amme, das git no zdue
zem Gmies myyni Wällesittich derzue.

D’ Luuszäpfe (BfB) haben Zweifel.

Veganerinne sinn nit digg, e baar seen au guet uss
Doch wenn’s um dr Noochwuggs goot, kemme si nit druss.
Denn schwanger wärde sie jo nie, kai Chance für alli Biirschtli
Veganerinne nämme halt – nur vegani Wiirschtli.

Willi und Walti (BfB) beschreiten eigene Wege:

Bim Riebli rüschte luegt mi e härzigs Würmli aa
Ich dues langsam uusezieh und legs grad näbedraa
Mi Frau isch jetzt, neu vegan und duet das Gmies blanchiere.
Ich bi leider nid sowytt.
Ich due dr Wurm paniere.

D Emigrante (BSG) verbinden das angeblich Gute mit dem Nützlichen:

Heugumper oder fetti Maade?
S gits als Snack in jedem Laade!
Will Gift für d Umwält kasch vergässe,
Muesch die Schädling sälber frässe!

Die Unterbeliechtete (BfB):
Ych gniess e Meeresschnäggsalat mit Seegrasröösli
Noohär e Tigerhai-Gotlett am ne Seestärn-Söösli
Bim Schildkrotsüppli dängg ych, es wär gar nit dumm
Gäb’s z Basel ebe doch s Ozeanium.

«Mailtlibai», eine süsse Delikatesse einer regionalen Bäckerei, wurde umgetauft. Politisch korrekt muss es sein. Ging wohl in die Hose. S’Anggewegglimaitli (Comité Schnitzelbängg) hat eine Meinung dazu:

Bim Sutter-Begg, doo haisse die Dinger,
Statt Maitlibai jetz nei «Glücksbringer».
E Froog an dää, wo dä Namme schänggt:
An was genau hesch Du Gluschti dänggt?

Und Dr Vermieter (Comité) schlägt die Brücke zur Politik:

Finde d Lüt e kulinarisch Wort aastössig
Isch Umdaufe wie bi Maitlibai als d Lösig.
Do freut’s mi sehr, kasch bi dr SVP erkenne,
As gly dr Grund entfallt zum d Röschti umbenenne.

Unterdessen arbeitet die Verdauung, auch die vom Hundeli. Nach dem Motto: Doch Seegrasrösli floss, oh Graus, entsetzlich wieder hinten aus (frei nach Morgenstern). S’spitzig Ryssblei, (BfB):

D Frau Meyer drüllt im Gundeli
mit em Hundeli e Rundeli
Jetzt frisst im Gundeli das Hundeli,
nur no vegetarisch gsundeli.
Drum setzt das Hundeli uff em Rundeli
nur no CO2-neutrali Pfundeli.

Ein weiteres Lieblingsthema ist das Biozentrum, dessen Bau unter einem schlechten Stern steht (die freundliche Redewendung für einen handfesten Skandal). Und dann ist noch der Wessels schuld… Da stimmen alle Zutaten.

D’Schwoobekäfer (Comité), leicht hässig:

S ney Biozäntrum goht nit uf – si mien s no repariere:
Es rünnt, es roschtet; s koschtet meh, well d Planer sich saniere.
Als Styyrezaaler kasch do nur no sage: «S wär doch nätt,
Wenn me für so Figure s Schällemätteli no hätt!»

Die Penetrante (Comité):

Der Wessels mecht bim Fäärimaa e Rootschlaag kauffe.
Wie me das macht, wenn d Sache uss em Rueder lauffe?
Fimf Meter Pegelstand, maint dää, isch nit pregäär.
Wenn dä numme nit im Biozentrum wäär.

Dr Vermieter (Comité) analysiert scharfzüngig:

Bi däm Biozentrum-Turmbau zaigt sich glar:
Biologisch sin Millione abbaubar
Und d Noochhaltigkait isch erscht no schampar hoch
Will Stüürezahler wachse drum vo sälber nooch.

Hansli Bargäld (Comité) hat nicht alle Hoffnung aufgegeben:
S Biozentrum koschtet,
110 Millioone meh!
S Baudep lächlet numme,
als däät s ne gar nid weh.
Me haig e tolle Job gmacht,
es stoht jo,- immerhin
und wird au ai Joor friehner fertig,
als dä Flugblatz deert z Berlin.

Corona lässt uns nicht los, auch in der dritten Folge unsere Bangg-Auswahl. Obgenannter Hansli Bargäld singt dazu:

I bin e bitz am muudere
und s isch mer zimmli Stuurm.
Y han e son e Kötzele,
was isch das für e Wuurm?
Isch das die China-Grippe
won ych dra fascht grepier?
Nai, dasch nit s Corona-Virus
Das isch z viil Corona-Bier.

Die Comité-Bängg haben Videos von sich online gestellt. Im Prinzip eine gute Idee. Aber ohne Publikumsstimmung eine traurige Geschichte. Der Dräggspatz singt dazu, vor leeren Rängen:

Ich wurd so gärn singe, doch isch halt e Mischt
Vor jedere Beiz stoot ei Bolizischt
Dä seit: my lieb Spätzli, gang du lieber hei.
Jänu, denne sing ich für mi halt elai.

Aufgezeichnet von Stefan Schuppli

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