Verlängerung
Letzte Bauetappe in der Freien Strasse wird erst 2024 fertig

Aktuell laufen in der Freien Strasse Bauarbeiten, um neue Fernwärmeleitungen anzulegen. Dabei werden immer wieder archäologische Funde gemacht. Diese Grabungen sorgen nun dafür, dass der Zeitplan überarbeitet werden musste.

Lea Meister
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Die Visualisierung der fertiggestellten oberen Freien Strasse.

Die Visualisierung der fertiggestellten oberen Freien Strasse.

zVg

Ursprünglich sollte die neue Freie Strasse bis Ende 2023 zum Geniessen und Flanieren einladen. Wie der Kanton Basel-Stadt am Dienstagmorgen mitteilt, verzögert sich die Fertigstellung der Bauarbeiten um ein Jahr. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, vor allem im unteren Bereich der Strasse seien neue Fernwärmeleitungen und -schächte notwendig. Diese liegen deutlich tiefer als die bestehenden Strom- und Wasserleitungen, weshalb in diesen Zonen zahlreiche archäologische Fundstellen liegen.

Diese müssen erhalten, erforscht und gesichert werden, was die letzte Bauphase in die Länge zieht, so der Kanton. Gleichzeitig muss der Zugang zu den Geschäften und die Anlieferung gewährleistet werden. Mit dem angepassten Terminplan könne man auf diese Bedürfnisse eingehen, heisst es in der Mitteilung. «Um die Verzögerung insgesamt so gering wie möglich zu halten, überlappen sich die Bauetappen nun deutlich stärker als ursprünglich vorgesehen. So können die Gräben für die Fernwärme möglichst frühzeitig ausgehoben werden.»

Kosten sollten im Rahmen bleiben

Die von der Regierung bewilligten Kosten sollten Stand jetzt nicht überschritten werden. Die Mehrkosten aufgrund der Archäologischen Rettungsgrabungen tragen die IWB im Rahmen des Projektbudgets.

Im Rahmen der Arbeiten und der damit verbundenen archäologischen Grabungen kamen einige interessante Details über die Basler Stadtgeschichte ans Licht. So konnte der älteste Strassenabschnitt am Eingang zur Bäumleingasse festgestellt und der spätrömische Strassenverlauf aus dem 3. oder 4. Jahrhundert aufgedeckt werden. Datiert werden konnten diese Befunde durch zahlreiche römische Münzen und Keramikfragmente, teilt der Kanton mit.

Hinweise auf Handwerksbetriebe

Auch ein Kreuzungsbereich konnte im Bereich der Freien Strasse 24 nachgewiesen werden. Befestigungsmassnahmen an den Strassenrändern belegten das abfallende Gelände zwischen Münsterhügel und offenem Birsig. Zudem konnte das Bestehen mittelalterlicher Handwerksbetriebe nachgewiesen werden: Hornzapfen und Glaskuchen deuten auf lederverarbeitendes Gewerbe hin, Metallschlacke und Hammerschlag auf die Anwesenheit von Metallhandwerk. Auch Grubenhäuser, Feuerstellen und Bestattungen wurden gefunden. Weiter stiessen die Archäologinnen und Archäologen auf Gebäude- und Kellermauern der ehemals schmaleren Freien Strasse.

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