Kaiseraugust

Vom Römerdorf zum modernen «Kreiselaugst»

Die baubedingte Umleitung kann stellenweise ganz schön eng werden

Die baubedingte Umleitung kann stellenweise ganz schön eng werden

Auf der Hauptstrasse in Kaiseraugst entsteht erneut ein Kreisel. Die Autofahrer müssen eine Umleitung fahren, was nicht nur auf Verständnis stösst

Am Schafbaumweg wird fleissig gebaut, bald soll hier ein neuer Kreisel die Strasse zieren. Der Verkehr zwischen Rheinfelden und Kaiseraugst wird derweil durch das Industriegebiet umgeleitet, damit können sich allerdings nicht alle anfreunden. Die Kaiseraugsterin Alessandra Schmid fährt oft mit dem Auto Richtung Rheinfelden und stört sich sehr an der Umleitung: «Ich finde Kreisel wirklich eine gute Sache, aber es nervt mich jedes Mal, wenn ich diese Umleitung fahren muss. Sie haben doch erst gerade den vorderen Kreisel gebaut und man musste genau den gleichen Umweg machen. Ich frage mich, warum man die beiden Kreisel nicht gleichzeitig bauen konnte.»

Tatsächlich wurde erst vor einem Jahr der Kreisel bei der DSM (Wurmisweg) gebaut, und auch dabei wurden die Autos durch das Industriegebiet umgeleitet. Beide Kreisel seien auf der Kantonsstrasse, demnach liege die Bauherrschaft grundsätzlich beim Kanton, so Gemeindeschreiber Roger Rehmann. «Beim Kreisel Wurmisweg handelt es sich aber um einen ‹Verursacherkreisel›, weshalb Kaiseraugst federführend war. Dieser musste bis zum Einzug der Solvias AG fertig erstellt sein.»

In Kaiseraugst, von manchen Nachbarorten auch etwas sarkastisch «Kreiselaugst» genannt, entsteht mit dem neuen Kreisel bereits der vierte innert weniger Jahre. Diese sind Teil eines Verkehrskonzeptes, welches bereits vor einem Jahrzehnt erstellt wurde. Mit den Kreiseln seien die vielen Arbeitsplätze im Ort ideal erschlossen, erklärt Gemeindeschreiber Roger Rehmann. Nach dem vierten Rondell soll aber vorerst Schluss sein: «Mit dem Bau des Kreisels Schafbaumweg ist das Verkehrskonzept nun umgesetzt. Zurzeit sind keine weiteren Kreisel geplant», so Rehmann weiter. Die Baustelle dauert jedoch noch bis Ende November an und so lange müssen die Autofahrer mit der Umleitung vorliebnehmen.

Der in Kaiseraugst wohnhafte Stefan Reusser findet dies etwas umständlich, da er jeden Tag nach Rheinfelden zur Arbeit fährt. «Aufregen tut es mich schon nicht, aber ich finde es doch ein wenig mühsam, jeden Tag zweimal diesen Umweg zu fahren.» Die Umleitung löst jedoch nicht nur negative Reaktionen aus: «Das stört mich überhaupt nicht. Das ist doch keine grosse Sache und nur temporär. Kreisel sind etwas Wunderbares, die Ampeln verschwenden nur Strom und verursachen Stau», so die Kaiseraugsterin Elsbeth Thommen.

Der Tenor im 5000-Seelen-Dorf ist eindeutig: Kreisel sind sehr willkommen, Umleitungen eher weniger. Diese werden aber zugunsten des Verkehrsflusses in Kauf genommen. Und es geht noch einen Schritt weiter: Für manche Kaiseraugster kann es gar nicht genug Kreisel haben. Es gibt einzelne Stimmen, die ein Rondell bei der Dorfausfahrt eine gute Idee fänden, dort habe man zu den Hauptverkehrszeiten oft Schwierigkeiten, aus dem Dorf herauszukommen. Vorerst ist die Kreisel-Planung in Kaiseraugst jedoch abgeschlossen.

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