Corona-Virus

Vorrat an Masken wird knapp: Kanton sucht neue Bezugsquellen

Basel-Stadt gibt Hygienenmasken an Betroffene in Quarantäne ab. Doch: Die Masken haben bereits das Ablaufdatum überschritten.

Basel-Stadt gibt Hygienenmasken an Betroffene in Quarantäne ab. Doch: Die Masken haben bereits das Ablaufdatum überschritten.

In Basel-Stadt gibt es bisher keinen weiteren Fall in den Quarantänefamilien. Sechs Kinder, die im Kinderspital weilen, haben die normale Grippe, wie Tests nun bestätigen.

Es ist eine Meldung, die ein wenig aufatmen lässt. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt teilte gestern Nachmittag mit, dass es im Kanton bei diesem einen positiv bestätigten Corona-Virus-Fall geblieben sei. «Von den bislang 235 durchgeführten Tests waren deren vier positiv; drei Fälle betreffen Personen mit ausserkantonalem Wohnsitz.»

Am vergangenen Donnerstag, als der erste Fall bekannt wurde, stand die Befürchtung im Raum, die infizierte Baslerin könnte zig Kinder angesteckt haben, da sie in einer Kindertagesstätte in Riehen arbeitet und nahen Kontakt mit ihnen hatte. Die Kinder mussten daraufhin samt ihrer Familie in Quarantäne. Sechs von ihnen zeigten kurz darauf Grippe-Symptome und mussten ins Spital.

Nun ist klar: «Die sechs Kinder haben eine saisonale Grippe, keine Ansteckung mit dem Corona-Virus,» so das Gesundheitsdepartement. Und weiter: «Die Chancen steigen nun täglich, dass durch die in dieser Kindertagesstätte getroffenen Massnahmen eine unkontrollierte Verbreitung des Corona-Virus verhindert werden konnte.»

Basel-Stadt sucht Bezugsquellen für Masken

Insgesamt befinden sich in Basel derzeit 221 Personen in Quarantäne. Sie alle haben vom Kanton genaueste Anweisungen erhalten, wie sie sich zu verhalten haben. Ein entsprechendes Merkblatt liegt der bz  vor. Unter dem Abschnitt «Korrekte Verwendung der Hygienemaske» wird darauf hingewiesen, dass in Basel-Stadt keine Hygienemasken mehr zu kaufen seien, den Betroffenen vom Kanton aber solche zur Verfügung gestellt werden. Und hier lässt ein Satz aufhorchen: «Diese Masken sind vom Verfallsdatum her abgelaufen, dies betrifft aber nur die Gummizüge, die im Verlauf spröde werden können, nicht die Schutzfunktion der Masken.»

Dass der Kanton potenziell Infizierten abgelaufene Hygienemasken abgibt, impliziert, dass der kantonale Vorrat knapp sein muss. Ob dem so ist und wie es dazu gekommen ist, beantwortet Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements, nicht. Sie betont jedoch, dass Basel-Stadt einen Notvorrat an Masken gelagert habe. «Dieser Vorrat wird zurzeit auch genutzt. Es hat noch genug, um sie inbesondere Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung zu stellen.» Allerdings sei es ein Fakt, dass es Lieferengpässe gebe, da viele dieser Masken in China hergestellt werden.

Gründliches Waschen der Hände genügt

Tschudin hält fest, dass der Kanton Basel-Stadt derzeit weitere Masken vom Bund erhält. Doch anscheinend stufen die Verantwortlichen im Basler Gesundheitsdepartement diese Hygienemasken-Quelle als nicht mehr zu 100 Prozent verlässlich ein. Denn Tschudin sagt zur bz: «Wir sind sicherheitshalber am Evaluieren von weiteren Bezugsquellen.» Näher geht sie nicht darauf ein. 

Ein Grund zur Panik stellt dies indes (noch) nicht dar. Denn gesunde Menschen müssen keine Hygienemasken tragen. «Viel wichtiger ist es, die allgemeinen Hygienregeln zu beachten, die aktuell vor allem das Bundesamt für Gesundheit in seiner Kampagne propagiert», so Tschudin. Regelmässiges und gründliches Händewaschen mit Seife genügt bereits, um viele Viren und Keime zu beseitigen. Die Masken, sagt Tschudin, seien vielmehr für mit dem Virus angesteckte Personen gedacht, damit sie gesunde Menschen vor einer Ansteckung bewahren.

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