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Das Jazzfestival Basel lockt mit Rantala und Co: Eins, zwei, drei, Klavier

Johanna Summer, Iiro Rantala und David Helbock greifen am Jazzfestival Basel gleich je vier Mal in die Tasten.

Stefan Strittmatter
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Der finnische Pianist Iiro Rantala – hier 2011 an der Piano Night in der Lokremise St.Gallen – ist Könner und Entertainer zugleich.

Der finnische Pianist Iiro Rantala – hier 2011 an der Piano Night in der Lokremise St.Gallen – ist Könner und Entertainer zugleich.

Benjamin Manser

Unvergessen bleibt all jenen, die dabei waren, der letzte Auftritt von Iiro Rantala im Rahmen des Jazzfestivals Basel: In der Martinskirche hatte der finnische Wunderpianist im Dezember 2019 sein Programm «My Finnish Calender» präsentiert – eine musikalische, filmische und gesprochene Liebeserklärung an seine Heimat, und wie sich diese in den zwölf Monaten eines Jahres zeigt. «Mal schroff und grau, dann aber wieder unwirtlich und düster», wie Rantala witzelte.

Für nicht skandinavische Ohren klangen die meisten der zwölf Stücke melancholisch und kühl, was Rantala mit humor­vollen Ansagen und warmem Klavierklang ausglich. Und mit seiner enormen Virtuosität, die er jedoch so konsequent in den Dienst der Komposition oder Improvisation stellt. Beinahe überhört man, dass der 51-Jährige längst zu den Besten seines Faches zählt.

Was damals, im letzten ­Dezember vor Corona, in der ­Martinskirche auch dank der eingespielten Landschaftsaufnahmen deutlich auffiel: Die Jahreszeiten in Finnland scheinen aus elf Monaten Winter und einem einzigen ­Monat Beinahesommer zu bestehen.

Der finnische Winter und Summer aus Deutschland

Umso passender ist nun die Programmation, die Rantala für seine Rückkehr nach Basel – nun in den Hans-Huber-Saal des Stadtcasinos – mit Johanna Summer ein junges Talent zur Seite stellt, das den Sommer im (Künstler-)Namen trägt. Die 1995 im deutschen Plauen geborene Nachwuchshoffnung hat ihren Geburts­namen Summerer um die End­silbe gekürzt. Wenn sie dann Robert Schumanns Stück «Mai, lieber Mai» als Grundlage für einen improvisatorischen Ausflug nimmt, so klingt das Ergebnis verspielt, freudig und einlullend – eben wie die warme Jahreszeit.

Doch zwei pianistische Handschriften an einem Abend reichen Jazzfestival-Chef Urs Blindenbacher offenbar nicht, also hat er mit David Helbock einen dritten Könner verpflichtet. Der 37-jährige Österreicher setzt sich auf seiner aktuellen CD mit der Musik des amerikanischen Filmmusikkomponisten John Williams auseinander. Gespannt sein darf man jedoch auch auf die Duette, die Rantala und Helbock in Aussicht stellen.

Vom Duett zur Vervierfachung: Summer, Rantala und Helbock spielen aufgrund der Zuschauerbeschränkung an zwei Tagen je zwei Konzerte. Die Vorstellungen um 19 Uhr sind ausverkauft.

Jazzfestival Basel. Stadtcasino.
21. und 22. Mai, je 19 und 21 Uhr.
www.offbeat-concert.ch